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Bisweilen haben wir Deutschen schon seltsame Anwandlungen. Dass die Zufriedenheit mit der Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung mit nur 12 Prozent tief im Keller ist, kann angesichts der ungenierten Sparattacken nicht verwundern. 86 Prozent der Deutschen sind – laut ARD-DeutschlandTrend EXTRA – unzufrieden mit der Arbeit von Union und FDP. Personell gesehen liegt Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel nur noch auf Platz sieben. An der Spitze der Beliebtheitsliste liegt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Mit seiner Arbeit sind laut Umfrage 68 Prozent zufrieden.
Seltsam! Denn über drei Viertel der Bevölkerung – so sagen seit Monaten stabil bleibende Umfragewerte – wollen, dass sich die Bundeswehr umgehend aus dem Afghanistan-Krieg zurückzieht, den zu Guttenberg ob seines Amtes maßgeblich verantwortet.
Anfang der Woche haben die wichtigsten deutschen Friedensorganisationen einen gemeinsamen Appell »Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen« vorgestellt. (ND berichtete) Der Appell enthält drei Forderungen: Die Bundeswehr muss alle Kampfhandlungen stoppen, sofort mit dem Abzug ihrer Truppen beginnen und die frei werdenden Gelder zur Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung einsetzen.
Die Friedensbewegung erhofft sich mit diesem Appell, dass die Diskussion über den deutschen Afghanistan-Einsatz in alle gesellschaftlichen Bereiche getragen wird und der Protest breite Unterstützung findet. Bürger aller Schichten sind angesprochen. Bundesweit. Direkt und per Internet.
Unterstützung für den Appell kann vielfältigen Motiven folgen. Sie mag aus der Einsicht entstehen, dass Militär keine Lösung für soziale Fragen bietet. Man kann Entwicklungshilfe anders definieren als die Bundesregierung oder das Militär angesichts knapper Kassen kurz halten wollen. Andere wiederum mögen aus ganz privaten, familiären Gründen Soldaten schützen wollen, die in der Bundeswehr dienen und die in einen nicht gewinnbaren Krieg geschickt werden.
Die Friedensgruppen werden in den kommenden Wochen bundesweit Unterschriftenlisten auslegen. ND unterstützt die Sammlung von Unterschriften unter anderem mit dem hier (oder auf der Website) abgebildeten Formular. Es lässt sich mühelos in einen Briefumschlag stecken und abschicken. Und natürlich werden die Listen auch beim ND-Pressefest am kommenden Wochenende in der Berliner Kulturbrauerei zur Unterschrift ausliegen.
Unterzeichnung und mehr Informationen im Internet siehe: www.frieden-mitmachen.deAktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Preis: 4,00 €
Preis: 14,95 €
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