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Von Jürgen Holz 30.06.2010 / Sport

Deutschland Favorit gegen Argentinien

Zum Einzug in die Finalrunde der Weltliga müssen Volleyballer Spiele in Berlin gewinnen

»Noch haben wir durchaus Chancen, in die Weltliga-Finalrunde einzuziehen, aber das wird verdammt schwer«, meinte Björn Andreae, Kapitän der deutschen Volleyball-Männerauswahl. Sie ist nach der erfolgreichen Qualifikation 2009 erstmals seit sieben Jahren wieder in der obersten Liga des Weltvolleyballs dabei. »Aber um unsere Minichance zu wahren, müssen wir noch vier Siege einfahren. Ob das zur Finalteilnahme reicht, werden wir sehen. Doch wir wollen ins Finale.«

Konkret heißt das: Die beiden letzten Heimauftritte gegen Argentinien heute und am Donnerstag in der Berliner Max-Schmeling-Halle (19.30 Uhr) sowie eine Woche später der letzte Doppelauftritt beim Europameister und Vizeweltmeister Polen sollen gewonnen werden. Mit dann acht Siegen überträfe man vermutlich zwar nicht die auf den Gruppensieg fixierten Kubaner, die Deutschland schon viermal schlagen konnten. Aber man könnte als bester Zweiter der vier Gruppen beim Finalturnier im argentinischen Córdoba (21. bis 25. Juli) dabei sein. Es wäre die Belohnung für zwei gute Jahre der deutschen Volleyballer nach Olympia 2008.

Bislang steht die Mannschaft um Bundestrainer Raul Lozano so gut da, wie das selbst die kühnsten Optimisten dem Weltranglisten-17. kaum zugetraut hatten – trotz des überraschenden Gewinns der European League 2009 und der Qualifikation für die WM 2010. In der Weltliga gewann die Mannschaft vier Spiele: jeweils 3:0 und 3:1 gegen Polen und Argentinien. Dem stehen ebenso viele Niederlagen gegen den Weltranglisten-9. aus Kuba gegenüber: 0:3 und 1:3 in Havanna, 2:3 und 1:3 am letzten Wochenende in Trier.

Bundestrainer Lozano, ein gebürtiger Argentinier, der beim Deutschen Volleyball-Verband einen Vertrag bis Olympia 2012 hat, tippte mit Blick auf die bevorstehenden Duelle mit seinem Heimatland im Volleyball und am Sonnabend im Viertelfinale der Fußball-WM: »Am Ende steht es 2:1 – im Volleyball gewinnen die Deutschen, im Fußball verlieren sie. Ich entschuldige mich, dass mein Herz im Fußball für meine Heimat schlägt.« Der deutsche Zuspieler Patrick Steuerwald wagte den Tipp: »Wir gewinnen 3:0 – zweimal im Volleyball, einmal im Fußball.«

Argentiniens Coach Javier Weber will das zumindest auf dem Parkett verhindern: »Wir wollen die ersten beiden Siege in der Weltliga feiern. Dafür müssen wir endlich mal zwei Stunden lang gut spielen, nicht immer nur eine.«

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