Die erste Meldung über regelmäßige Zusammenkünfte von jungen Politikern, die eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit vorwegzunehmen schienen, sorgte vor rund zwei Jahren noch für empörte Schlagzeilen über die sogenannte Walden-Connection – nach dem Berliner Café, in dem die Treffen stattfanden. Inzwischen sind die Gespräche Routine geworden, zu denen etwa die Vizevorsitzende der Linkspartei Halina Wawzyniak, der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow und die Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch kommen. Am heutigen Mittwoch nehmen an einem ersten Sommerfest der Gruppe in Berlin rund 150 Gäste teil. »Ob am Ende die inhaltlichen Übereinstimmungen und der gesellschaftliche Rückhalt eine rot-rot-grüne Mehrheit Wirklichkeit werden lassen, kann man heute noch nicht sagen«, heißt es in der Einladung mit drei Peperonis auf der ersten Seite. »Aber wir wollen uns auf den Weg machen, es auszustesten; nicht mehr und nicht weniger.«
Die rot-rot-grünen Komplementäre aus der zweiten Reihe des politischen Establishments ihrer Parteien scheren sich wenig um die Unvereinbarkeitserklärungen der jeweiligen Parteispitzen – etwa zur Bundestagswahl oder im Umfeld der Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen. Auch das Sommerfest sei ein Versuch, die »Debatte von den üblichen Reflexen« wegzubekommen, meint etwa Jan Korte, Mitglied der Bundestagsfraktion der LINKEN gegenüber ND. Diesem Ziel dient offenkundig auch ein in mehrmonatiger Arbeit entstandenes Papier, das Gegenstand einer Podiumsdiskussion am heutigen Abend ist. Darin bekennen sich die Unterzeichner zum überparteilichen Gestaltungsanspruch ihres konzeptionellen Austauschs – unabhängig von vorhandenen Differenzen.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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