Präsidentenwahl mit zweifacher Verlängerung: Spannung in der Bundesversammlung
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Nach zwei Wahlgängen hatte noch keiner der beiden Kandidaten mit realer Erfolgsaussicht die erforderliche Mehrheit erzielt – weder der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff noch sein Herausforderer auf dem Ticket von SPD und Grünen, Joachim Gauck. In dieser Situation teilte die LINKE nach langer Beratung am Abend mit, dass ihre Kandidatin, Lukrezia Jochimsen, im dritten Durchlauf nicht mehr antreten werde. Damit und mit der Freigabe der Stimmen war theoretisch ein Erfolg Joachim Gaucks möglich, denn in diesem Wahlgang reichte die einfache Mehrheit zum Erfolg; der Kandidat mit den meisten Stimmen wird Präsident. Die hierfür nötige Zustimmung der geschlossenen LINKEN und genügend abtrünniger Vertreter der Regierungskoalition stand gleichwohl schon nicht mehr in Aussicht.
Am Ende teilte Bundestagspräsident Norbert Lammert mit, dass Christian Wulff mit 625 Stimmen war. Auf Joachim Gauck entfielen 494 Stimmen. 121 Wahlfrauen und -männer enthielten sich der Stimme. Für diesen Wahlgang hatte die LINKE Stimmenthaltung angekündigt. Die Entscheidung war den einzelnen Vertretern freigestellt. Unter ihnen waren bis zuletzt starke Vorbehalte gegen Gauck deutlich gemacht worden. Parteichefin Gesine Lötzsch hatte erklärt, der frühere Stasiakten-Beauftragte sei »nicht der Kandidat, der die Positionen der LINKEN auch nur annähernd teilt«.
Der erste Wahlgang in der 14. Bundesversammlung im Reichstag war von Lammert noch mit den frohen Worten eingeleitet worden, Demokratie und parlamentarisches System hätten sich nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler als handlungsfähig erwiesen. Die Wahl des neuen Präsidenten allerdings gestaltete sich als überaus zäher Prozess. Christian Wulff, hatte im ersten Wahlgang mit 600 Stimmen die absolute Mehrheit von 623 Stimmen deutlich verfehlt. Und auch nach zwei Wahlgängen konnten weder er noch sein Herausforderer Joachim Gauck die erforderliche Stimmenzahl auf sich vereinigen.
Im dritten Wahlgang erst vermochte sich Wulff durchzusetzen. Bis dahin hatten SPD und Grüne auf Abweichler aus den Regierungsreihen spekuliert. Im ersten Wahlgang hatte Wulff die absolute Mehrheit der 1244 Mitglieder der Bundesversammlung noch um immerhin 44 Stimmen verfehlt. Joachim Gauck erhielt da 499, die Kandidatin der LINKEN, die Bundestagsabgeordnete Lukrezia Jochimsen, 126 Stimmen. Gauck hatte damit 37 Stimmen außerhalb der eigenen Reihen erhalten, von einer absoluten Mehrheit war er damit jedoch weit entfernt. Der Kandidat der NPD, Frank Rennicke, erhielt drei Stimmen.
Im zweiten Wahlgang vergrößerte sich der Abstand zwischen Wulff (615 Stimmen) und Gauck (490) noch. Jochimsen erhielt da 123 Stimmen. Der Abstand zwischen Wulff und Gauck hatte im ersten Wahlgang 101 Stimmen, im zweiten 125 betragen. Als eine »einmalige Gelegenheit« beschrieb SPD-Chef Sigmar Gabriel dennoch die angeblich gekommene Gelegenheit für die LINKE, ihre DDR-Vergangenheit hinter sich zu lassen und im parlamentarischen System der Bundesrepublik anzukommen. Nach dem ersten Wahlgang freute sich Parteichefin Lötzsch stattdessen über den Erfolg der eigenen Kandidatin. Jo-chimsen verbuchte zwei Stimmen mehr, als der Linksblock stark war. Keine Überraschung war es deshalb, dass Jochimsen auch zum zweiten Wahlgang antrat.
Vor dem dritten Wahlgang am Abend traten die Fraktionen erneut zu internen Beratungen zusammen. Hatten am Nachmittag die Grünen die Nähe der LINKEN gesucht, richteten sich nun alle Blicke auf sie. Dabei sorgte ein überraschender Vorschlag Lötzschs für kurzzeitiges Aufhorchen. »Es besteht die Möglichkeit, im dritten Wahlgang nach einem gemeinsamen Kandidaten zu suchen«, so Lötzsch im Sender Phoenix. »Das muss keiner sein, der bisher vorgeschlagen wurde. Da können auch neue Namen ins Spiel kommen.« Darüber sollten die anderen Parteien »genau nachdenken«.
»Gauck war ein Signal an die CDU«, kommentierte Lötzsch an einer Stelle die Aufforderungen an die LINKE, sich dem Vorschlag anzuschließen – mithin keines an die LINKE. Dass es dreier Wahlgänge bedurfte, bis Wulff gewählt war, können SPD und Grüne freilich als Erfolg verbuchen. »Wie wir geahnt haben«, habe Joachim Gauck »viel, viel Unterstützung« weit über die Grenzen der Parteien hinaus, die ihn vorgeschlagen hatten, meinte Sigmar Gabriel vor den Kameras – mit Blick auf die Vertreter von CDU/CSU und FDP in der Bundesversammlung.
Insbesondere nach dem ersten Wahlgang wurde spekuliert, auf welcher Seite der Regierungskoalition die Abweichler wohl säßen. Obwohl es sich um eine geheime Wahl handelte, ließ FDP-Chef Guido Westerwelle keinen Zweifel aufkommen, dass abgesehen von einer kleinen Gruppe von bekennenden Abweichlern die Liberalen geschlossen Wulff unterstützt habe. Nur vier Minuten habe die Sitzung der FDP gedauert, als alle Fraktionen sich vor dem zweiten Wahlgang zu Beratungen zurückzogen. »Es muss sich viel Ärger angestaut haben«, deutete Wolfgang Gerhardt von der FDP ein mögliches Problem, natürlich des Koalitionspartners, an. Von einem Denkzettel war vielfach die Rede, den einzelne Abgeordnete der Unionsfraktion der Bundeskanzlerin hätten verabreichen wollen. Und nicht wenige deuteten Wulffs Mühen auf dem Weg zum Amt als erstes Anzeichen einer angebrochenen politischen Dämmerung der Bundeskanzlerin.
"Die Schuld für die Niederlage des rot-grünen Kandidaten gab SPD-Chef Sigmar Gabriel der Linkspartei, deren Wahlleute sich überwiegend enthalten hatten."
Diese Einschätzung geht offenkundig an den Realitäten gewaltig vorbei. Im dritten Wahlgang hatte doch Christian Wulff ohnehin die absolute Mehrheit, auch alle Stimmen der Linken hätten Gauck nicht zum Sieg verholfen. Und wenn die Linke ihre Kandidatin schon im ersten oder zweiten Wahlgang zurückgezogen hätte, dann hätte die Regierungskoalition sofort die Gefahr erkannt und somit ihre "Parteidisziplin" natürlich früher mobilisiert, höchstwahrscheinlich mit etwa dem gleichen Ergebnis - 625 Stimmen.
Somit hätte nur eine dritte, ausgespochene Trick-Variante zum Erfolg für Gauck führen können: die Linke zieht im ersten oder zweiten Wahlgang ihre eigene Kandidatin nicht zurück, wiegt also die "Denkzettel"-Abweichler von CDU/FDP in Sicherheit, und stimmt dennoch geschlossen (gar einschließlich Frau Jochimsen selbst!) für Gauck.
Wenn man nachrechnet, sieht man, dass ein solcher Trick nur im ersten Wahlgang aufgegangen wäre!
Aber so etwas wäre wohl allgemein als höchst unfair und undemokratisch empfunden worden. Herr Gabriel meint doch wohl nicht ernsthaft, so etwas der Linken zumuten zu wollen.
Und so etwas kommt ausgerechnet von der SPD, die 1994 nicht einmal die ganz reale Chance nutzte, völlig fair und offen den eigenen, chancenlosen Kandidaten Johannes Rau zurückzuziehen und mit der FDP Hildegard Hamm-Brücher zu wählen.
dabei steht es doch jeden tag auf der ersten seite eben dieser zeitung:
proletarier aller länder vereinigt euch !!
was da gestern abging war ein eigentor der linken ! dabei sah es doch nach der
der nrw - wahl alles sehr gut aus. auch ich hörte all die guten reden von
gysi und lafontaine - doch gestern: diese grundsatzscheiße !!
(an dieser sind auch die grünen fast zerbrochen)
man kann also echt nicht die linken wählen, da man sonnst nur die
schwarzen und gelben stärkt ! das ist die botschaft die nun hinaus ins land
getragen werden wird !
am besten ganz schnell zur besinnung kommen und sich bei
grünen und roten entschuldigen für diesen riesengroßen fehler !
denn wenn das nicht geschieht sieht es bei den nächsten wahlen mal sowas
von zappenduster aus !
wie am anfang bereits erwähnt: rauft euch endlich zusammen, MAN !!
denn die schwarzen/gelben reiben sich doch nachdem motto:
teile und hersche grad richtig die hände !
mfg
thb
Gott sei dafür und hüte uns vor solchen "einfachen Leuten"
Gauck ist ein Mann des Hasses - bei der Kundgebung f ü r ihn in Rostock waren lt. Presse nur ganze 60 Rostocker (?) auf dem Neuen Markt.
Kommentar ist wohl nicht notwendig. Seine angebliche Popularität wurde von der bürgerlichen Presse herbeigeredet.
Da kann Die Linke heute sagen, dass die Rechnung von SPD und Grünen nicht aufgegangen wäre - das Gegenteil ist der Fall. Man wurde auf dem völlig falschen Fuß erwischt, hatte nur gehofft, dass der Kelch des dritten Wahlganges an einem vorbei geht, weil dann das Feigenblatt Luc Jochimsen die Blöße nicht mehr bedecken konnte und dann passierte genau das, was hätte nicht passieren sollen. Wieder einmal blieb nur die Totalverweigerung als Ausweg, wieder zeigte man, dass man im Zweifelsfall lieber nicht gestaltet.
Sicher, Gauck war eine Zumutung für eine Partei, die leider einen nicht unwesentlichen Wähleranteil aus Menschen bezieht, die bis heute die Verbrechen in der DDR auf Grund ihrer eigenen Vergangenheit nicht einsehen können. Und genau dieser Bremsklotz einer modernen Linken wurde mal wieder eindrucksvoll vorgeführt.
Und natürlich ist Gauck auch streitbar. Aber andererseits waren die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung vorher bekannt. Man brauchte einen Kandidaten, der für das Lager von CDU / CSU und FDP nicht nur hinnehmbar, sondern wirklich attraktiv war, wenn man überhaupt Aussicht auf Erfolg haben wollte. Es hätte also nie darum gehen können, einen Kandidaten zu wählen, der linke Positionen vertritt, sondern bestenfalls darum, einen zu wählen, der vielleicht minimal näher als Wulff ist. Aber wieder einmal hat Die Linke es zu einer Alles-oder-nichts-Entscheidung gemacht und sich so wieder abseits in die Ecke stellen lassen statt einen - wenn auch sehr, sehr fern von den eigenen Positionen liegenden - Kompromiss zu wählen, der aber vielleicht etwas näher gelegen hätte als ein Bundespräsident Wulff (und sei es nur aus strategischer Sicht heraus, was eine Wahl von Gauck für die Bundesregierung bedeutet hätte).
Man kann sich nun hinstellen, dass man sich selbst treu geblieben ist, aber was nützt das, wenn man so gar nichts bewegen kann? Zum Enthalten hätte es Die Linke in der Bundesversammlung nicht gebraucht.
Sind politische Inhalte beliebig? Sollte man sie opfern und sich einem Politikstil á la SPD annähern? Es hat doch wohl seinen Grund weshalb diese Partei so dramatisch verliert. Gauck vertritt ebenso wie Wulf konservative Positionen, die eine Politik zementieren, die die Leute offenbar nicht mehr wollen und die Linke eben auch nicht.
Ein Zeichen für einen Politikwechsel, der das Wort verdient, wäre gewesen, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen.
Ich bin erstaunt, wie wenig die Äußerungen Gaucks hinterfragt werden.
Das war aber nicht die Frage, um die es ging. Es ging nicht darum, linke Inhalte durchsetzen zu können, weil die Mehrheitsverhältnisse ganz eindeutig dagegen standen. Es gab keine mögliche linke Mehrheit in der Bundesversammlung - somit musste das Angebot in Richtung CDU / CSU und FDP gehen und konnte nicht zwischen Linke, SPD und Grünen verbleiben. Dass ein solches Angebot sehr weit weg von den Positionen der Linken sein muss, liegt in der Natur der Sache.
In einer solchen Situation kann man sich wie Die Linke nun hinstellen und sagen, wir warten, dass wir die absolute Mehrheit bekommen, um dann das so durchsetzen zu können, wie wir das wollen - oder man versucht es mit kleinen Schritten, die zwar weit vom eigentlichen Ziel entfernt sind, aber vielleicht doch ein ganz kleines Stück näher heranbringen. Letzteres hilft den Menschen sofort, wenn auch vielleicht nicht viel, ersteres hat schon fast etwas von biblischen Paradiesverheisungen - kann man dran glauben, wird man aber definitiv nicht erleben.
Die Linke hat für mich den letzten Funken Sympathie verloren.
Jetzt, nach der kollektiven Enhaltung noch so zu tun, als hätte man nicht anders können, da man ja von Seiten SPD/Grüne nicht gefragt worden sei, ist die Krönung des Versagens. Das Fr. Luc Jochimsen keine Chance hat, war doch von vornherein klar. Sich mit den Alternativen nicht vorher auseinander zu setzen ist mangelndes Interesse, mangelndes Engagement, fehlende Strategie oder die Kombination - in keinem Fall verantwortliches Handeln.
Nichts sagen, nichts tun, sich enthalten ist auch eine Handlung, wenn auch eine negative Handlung, insofern könnte man fast sagen: Ihr, die Linke, habt es so gewollt! Lasst Euch also nicht beim Wehklagen erwischen - man wird Euch nicht glauben!
Ein tolles Bild haben die deutschen Politiker da gestern wieder abgegeben.
Ich hatte parteiübergreifend öfter das Gefühl, daß die Kindergärtnerin doch jetzt mal einschreiten müsste, wo sich die Kleinen mit den Sandschaufeln hauen.
Was den Politiker fast in gesamter Bandbreite fehlt ist Authentizität und ein gewisses Gespür für den Wunsch der Bürger.
Konkret werfe ich allen Parteien vor, die Präsidentenwahl nur als Bühne genutzt zu haben. Die SPD und Grünen um zu zeigen wie zerrüttelt die Regierung ist, die CDU/CSU und FDP um Einigkeit zu demonstrieren, die LINKE um zu zeigen daß es ohne sie einfach nicht geht und die NPD um die Plattenverkäufe eines höchst subversiven Elementes anzukurbeln.
Was alle dabei offenbar übersehen haben: Auch wenn das Amt des Bundespräsidenten sachlich gesehen ein recht unwichtiges ist, dem Volk lag diesmal sehr viel daran und es wurde sicher genauer hingesehen als sonst. Was bleibt also?
Wenn ich eine Prognose abgeben darf:
Im Oktober 2013, wenn nicht sogar früher, werden wieder alle Politiker die mangelnde Motivation der Bürger verurteilen, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Jeder stellt sich wieder unwissend, woran das liegen könne und sucht die Schuld bei den anderen. Manche merken es nie!
Gebt die Wahl frei, ein schöner Spruch der oft gefallen ist in den letzten Tagen. Und er drückt genau aus was hier in Deutschland so schief läuft. Die Vertreter des deutschen Volkes haben sich gestern massenhaft geoutet als Lemminge Ihrer Parteivorsitzenden. Hier war oft von Taktik die Rede, Wissenschaftler mussten uns erklären was da gerade eigentlich passiert, nur das Volk wurde leider nicht vertreten.
Ein schönes Bild bleibt für mich: Herr Gauck, der sofort nach Bekanntgabe des Ergebnisses aufsteht um Wullf ehrlich zu applaudieren. Respekt!
1988 hat Herr Gauck in der DDR noch mutig Abrüstung eingefordert (wie gestern im 1. in einer Dokumentation über ihn zu sehen war); heute steht er hinter dem Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Das heißt, er würde als Bundespräsident jedes Gesetz unterschreiben, auf dessen Grundlage weiterhin Soldaten in dieses Land entsendet werden. Wie steht er dazu, dass Deutschland Rüstungsexporteur Nr. 3 weltweit ist? Ich habe keine Äußerung dazu gehört. Er hat auch kein Problem mit dem weiteren Abbau des Sozialstaates. Sollte die Linke ihm unter diesen Voraussetzungen ihre Stimme geben? Ich wäre schwer enttäuscht gewesen. Friedrich Schorlemmer, Theologe, SPD-Mann und ehemaliger Bürgerrechtler wäre auch für mich eine überzeugende Persönlichkeit gewesen. Leider waren SPD und Grüne im Vorfeld nicht bereit, mit den Linken über einen gemeinsamen Kandidaten zu reden. Sieht so Realpolitik auf Augenhöhe aus?
Mit dem Afghanistan-Einsatz macht man es sich aber auch viel zu leicht, wenn man einfach nur fordert "Soldaten raus aus Afghanistan - möglichst sofort". Sicher ist der Einsatz falsch und so nicht wünschenswert. Nur man hat nun dort ein Land im Chaos in dem es keinerlei funktionierende Sicherheitsstrukturen gibt und allein das Recht des Stärkeren gilt. Daran ist der Militäreinsatz alles andere als unschuldig und Deutschland hat sich nun leider einmal daran beteiligt. Es wäre verantwortungslos, wenn man nun dort einfach geht ohne geordnete Verhältnisse zu hinterlassen.
Was man nun dort machen soll, weiß ich auch nicht - die Karre steckt extrem tief im Dreck (erfahrungsgemäß bedeutet das, dass es lange dauert und teuer wird). Nur jetzt einfach gehen mit "nach uns die Sintflut" - das kann keine linke Politik sein, das ist Egoismus pur. Internationale Solidarität sieht anders aus.
Der gebetsmühlenartig wiederholte Verweis auf Gaucks Einstellung zum Afghanistan-Einsatz ist doch reine Augenwischerei! Gauck hat sich doch bislang immer derart dazu geäußert, dass er den Einsatz "ertragen" könne. Wulff hingegen unterstützt ihn vorbehaltlos. Und genau diesen Kandidaten hat Die Linke nunmehr durch ihre Enthaltung aktiv gewählt. Und auch der Verweis auf die Stimmenanzahl im 3. Wahlgang sticht nicht - bereits im ersten Wahlgang hätte es mit den Stimmen Der Linken zur absoluten Mehrheit gereicht. Was wäre das für ein Erfolg der Opposition gewesen. Wer ist denn eigentlich der politische Gegner - um was geht es Der Linken überhaupt? Sie bietet das altbekannte Bild - Grabenkämpfe, Machtspielchen, Spaltung... Wer hat und verraten? - Diesmal jedenfalls nicht die Sozialdemokraten! Gysi und Co. plärren in die Kameras, man sei ja nicht gefragt worden. Was für ein kindisches Gejammer! Dieses gestrige Verhalten lässt sich Niemanden im Land erklären, es wirft Die Linke zurück auf den Status - Ex-SED Partei und macht sie somit unwählbar. Was für ein Desaster! Während der politische Gegner im Schwarz-gelben Lager unverhofft beweist, dass seine Wahlmänner sich in weiten Teilen doch nicht von Parteispielchen abhängig macht, lassen sich die Wahlfrauen/-männer Der Linken komplett vereinnahmen - "die Partei, die Partei, die hat immer Recht..!" Ekelerregend! Ganz egal, ob dies zum Kalkül der rot-grünen Kanditatenwahl gehörte: Was Die Linke bewiesen hat, ist ihre Unfähigkeit zu gestalten, ihre Rückwärtsgewandheit, ihre unbewältigte Vergangenheit und ihre fatale Fehleinschätzung der Prozesse einer Bürgergesellschaft. Ich bin mir sicher, dass sich das in zukünftigen Wahlen deutlich niederschlagen wird - und seit gestern wünsche ich mir das sogar.
Ganz richtig erkannt und formuliert.
Ein Rostocker
"Gott schütze unser Land" sagte der angehende Bundespräsident.
Hat er es vorher getan?
Schade das wir LINKEN ( bin selber mg West) nicht alle über Schatten springen können und Herrn Gauck zum Präsidenten wählen können. Denn er wär für uns alle der bessere Präsident gewesen. WEiner mußte ja die ganzen alten Akten aufarbeiten (egal ob Müller,Meier,Schulze) es getan hätten . aber diese Arbeit mußte erledigt werden ( nach dem 2.WK wurde auch mit den Nazis aufgeräumt) NEIN man kann nicht. Die DDR ist jetzt 20 Jahre Geschichte. Sind wir jetzt eigendlich ein Volk oder nicht ? Danke dann nochmals das Herr Wulff es es jetzt ist.. Frau Kanzlerin sagt - er spingt. Der Bundespräsident sollte PAREILOS sein, was bein Hern Gauck gewesen wäre.
es ist menschlich verständlich, wenn SPD/Grünen- und/oder gauckanhänger aller couleur jetzt sauer auf die linken sind.
das geht vorüber. wenn es um den nächsten ministerpräsidentenposten geht ist alles vergessen!
gruß!
Richtig, sehe ich auch so! Aber es ist doch erstaunlich, wie viele auf die Medien hereinfallen: Hätten die LINKEN im 3.Wahlgang alle für Gauck gestimmt - was ich charakterlos fände - hätte es für Gauck auch nicht ausgereicht!
Wer die LINKE zum Wahlhelfer der CDU/FDP macht, sollte mal nachrechnen, wie die Stimmenverteilung gewesen wäre, wenn alle LINKEN für Gauck gestimmt hätten. Warum die LINKE dann einen Gauck wählen sollte, der sie arrogant abstempelt, bleibt dann noch unklarer. Dass SPD/Grüne meinten, es nicht nötig zu haben, gemeinsam mit der LINKEN einen Kandidaten zu suchen und sich darauf zu einigen, war doch der Fehler! Es ist daher gut, dass die LINKE Charakter gezeigt hat und eindeutig dazu stand, dass Gauck für sie nicht wählbar ist.
Was soll man dazu sagen? Der linke Flügel der CDU macht Wulff zum Präsidenten! Für mich ist diese Linke erledigt, nicht mehr wählbar! Sie hat sich auf das Übelste selber disqualifiziert!
Bitte mal nachrechnen, was herausgekommen wäre, wenn alle LINKEN für Gauck im 3. Wahlgang gestimmt hätten - und nicht auf die Medien hereinfallen.
JaJaJa... hättewärewenn... hätte die Linke vor dem dritten Wahlgang nicht klar gesagt, das sie Gauck nicht wählen, wären "Abweichler" anderer Parteien nicht zu der Ansicht gekommen, nun ist's egal, Gauck hat jetzt keine Chance mehr, jetzt kann ich auch Wulff wählen... eben hättewärewenn!
Von den 4 Kandidaten haben wir jetzt den zweitschlechtesten bekommen, der schlechteste hatte mit seinen 3 Stimmen glücklicherweise keine Chance. Gauck ist nicht perfekt, aber mit Abstand besser als Wulff. Die Linke hat Merkel hervorragend in die Hand gespielt. Jetzt wird's für sie noch einfacher, ihre Vorstellungen von Politik durchzusetzen.
Fein gemacht.
Und wenn Kritik laut wird heißt es immer noch: "Die Partei, die Partei, die hat immer Recht." Doch nichts gelernt?
Zitat: [Von den 4 Kandidaten haben wir jetzt den zweitschlechtesten bekommen, der schlechteste hatte mit seinen 3 Stimmen glücklicherweise keine Chance. Gauck ist nicht perfekt, aber mit Abstand besser als Wulff.]
Da stimme ich zu: Gauck ist nicht perfekt, aber mit Abstand besser als Wulff.
Was hat "Die LINKE" daran gehindert, Persönlichkeiten anzuerkennen - entweder die Eine oder die Andere? Das wäre doch eine Chance gewesen. Ist es verletzter Stolz, oder Angst vor "friedlicher Auseinandersetzung"?
rast
In Anbetracht der sehr geringen Bedeutung des Amtes war es wichtiger, Charakter zu zeigen. Gauck war nicht wählbar für eine linke Partei. Das hat am wenigsten mit "Stasi" sondern mit seiner zutiefst antilinken Grundeinstellung zu tun. Dass sich die LINKEN im 3. Wahlgang enthielen war ehrlich und sollte nicht verurteilt werden...
Den 3.Wahlgang hat zahlenmäßig nicht die Linke entschieden.
1. Das Tempo der Berichterstattung des ND ist bestens, danke dafür!
2. Das Wahlverhalten der LINKEN hat uns gefallen, auch wenn nun massiv aus vielen Ecken gehetzt wird....
mit nichten, denn das was jetzt kommt haben die linken mit zu verantworten... hätte für gauck dem kommunistenjäger peinlich werden können, wenn er die wahl NUR durch die kompletten stimmen der linken gewonnen hätte... wir (5 wahlberechigte personen) sind echt am überlegen ob wir die linke überhaupt noch wählen.
Gauck hätte kein schlechtes Gewissen gehabt, auch dieses Mal nicht!
"Das Wahlverhalten der LINKEN hat uns gefallen" ... ???
a) Wer ist UNS?
b) Was kann daran gut sein, als Partei anerkannt werden zu wollen und dann nicht parteilich sein zu wollen, wenn es um Entscheidungen geht?
Verstehe ich nicht.
Punkt 1
=> Zustimmung
Punkt 2
=> Ich habe eine eigene Meinung + Ich kritisiere das Vorgehen einer Partei = Ich hetze?
Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Klingelts gleich an der Tür?
Der Mann ohne Eigenschaften Christian Wulff gilt nicht ohne Grund als perfekter Kandidat
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