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Von Regina Stötzel 03.07.2010 / Kommentar
kommentiert

Hin zur Kopfpauschale

Die Krankenkassenbeiträge sollen auf 15,5 Prozent steigen, die Zusatzbeiträge erhöht werden, heißt es. Höhere Beiträge sind schmerzhaft für den Großteil der Lohnabhängigen, die wenig oder mittelmäßig verdienen. Wer hierzulande viel oder sehr viel verdient, liegt dagegen entweder über der Beitragsbemessungsgrenze und muss nicht mehr gemäß seinem Einkommen einzahlen oder ist privat versichert und entrichtet trotz bevorzugter Behandlung häufig geringere Beiträge als die gesetzlich Versicherten.

Das einzig Positive an den höheren Kassenbeiträgen ist, dass sie – zumindest wurden keine gegenteiligen Ankündigungen laut – im gleichen Verhältnis wie bisher von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt werden. Zwar ist das Verhältnis schon seit Jahren nicht mehr paritätisch (Arbeitgeber zahlen derzeit sieben, Arbeitnehmer 7,9 Prozent), aber es wird nicht noch schlechter. Ein erhöhter Zusatzbeitrag ist dagegen ein weiterer Schritt in die Richtung einer Kopfpauschale, weg vom Solidaritätsprinzip im Gesundheitswesen und seiner paritätischen Finanzierung. Es ist ein monatlich zu entrichtender Beitrag, zusätzlich zu den unzähligen anderen Ausgaben für die Gesundheit, für die Arm und Reich gleich viel bezahlen müssen: Praxisgebühren, rezeptfreie Arzneimittel, Zuzahlungen, Brillen, Zahnersatz und vieles mehr, das Ihr Arzt oder Apotheker empfiehlt, aber Sie bezahlen müssen.

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