Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Malaria ist bis heute eine der schlimmsten Plagen der Tropen. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben pro Jahr etwa 860 000 Menschen daran, vor allem in Afrika, wo alle 30 Sekunden ein Kind dem von Moskitos übertragenen Fieber erliegt. Nun kommt eine US-amerikanische Studie zum Schluss, dass die Abholzung der Regenwälder erhebliche Mitschuld an der Ausbreitung der Malaria trägt.
Forscher von der Universität von Wisconsin verglichen die Abholzungsraten von 54 Gesundheitsbezirken im brasilianischen Amazonasgebiet an der Grenze zu Peru mit der Zahl der Malariaerkrankungen. Ergebnis: Bereits die Rodung von vier Prozent des Regenwalds im Untersuchungsgebiet führte zu einem Anstieg der Malaria-Infektionen um 48 Prozent. »Es scheint, dass Entwaldung einer der auslösenden ökologischen Faktoren für eine Malaria-Epidemie ist«, sagt Sarah Olson, Co-Autorin der Studie.
Abgeholzte Flächen, durchzogen von Fahrspuren mit stehenden Pfützen, weggeworfene Reifen, aufgestaute Bäche und von Goldsuchern gegrabene Erdlöcher böten ideale Fortpflanzungsbedingungen für die Stechmücke Anopheles darlingi, die die Malaria-Erreger überträgt. »Unsere Ergebnisse lassen sich wahrscheinlich auf viele Teile Amazoniens übertragen«, glaubt der Koordinator der Studie Jonathan Patz.
Für die Malaria-Forscher des brasilianischen Gesundheitsforschungsinstituts Fiocruz ist diese Erkenntnis allerdings nicht neu. »Die Malaria ist eine Krankheit der Waldgebiete. In unserem Fall ist es der Mensch, der in das Land der Moskitos eindringt«, sagt Claudio Tadeu Daniel-Ribeiro, leitender Malaria-Forscher des Instituto Oswaldo Cruz und Fiocruz. Dennoch schaffte es Brasilien, die Malariafälle drastisch zu reduzieren. Erkrankten in den 1940er Jahren jährlich noch etwa sechs Millionen Brasilianer neu an dem gefährlichen Wechselfieber, waren es 2009 trotz drastisch gestiegener Einwohnerzahl »nur« noch 306 000 Neufälle. Gleichzeitig verringerten sich auch die tödlichen Verläufe. 1984 starben in Brasilien noch 897 Menschen an Malaria, 2009 nur noch 58.
Schon 2006 kam die Forscherin Márcia Caldas de Castro zu dem Schluss, dass die Malaria-Fälle lediglich in der Anfangsphase der Abholzung und Besiedlung steil ansteigen. Mit Ausweitung der landwirtschaftlichen sowie der urbanen Flächen gingen die Malaria-Fälle wieder zurück.
Der entscheidende Faktor ist deshalb wohl nicht die Abholzung selbst, sondern das Hinterlassen künstlicher stehender Gewässer: Straßenpfützen, vollgelaufene Gold- und Diamanten-Gruben sowie aufgestaute Bäche und Flüsse. Stehendes Wasser im Halbschatten ist bekannterweise ideal für die Entwicklung der Anopheles-Larven. Gerade Großstaudämme wie das am Rio Xingu von der Regierung Lula da Silva beschlossene und heftigst von den betroffenen Ureinwohnern abgelehnte Belo-Monte-Wasserkraftwerk, oder das bereits im Bau befindliche Wasserkraftwerk Jirau am Rio Madeira können sich deshalb in Amazonien zu regelrechten Seuchenherden entwickeln. So stiegen schon mit Beginn der Bauarbeiten des Jirau-Kraftwerks die Malaria-Fälle in dem betroffenen Gebiet des Amazonas-Staates Rondônias zwischen Juli 2008 und Juli 2009 um 63 Prozent auf 1524 Erkrankungen an.
Brasilien ist im "Kommen" - vom Januar bis Mai dieses Jahr 2010 - kauften Brasilianer fuer $11 Millarden europaeische und amerikanische Firmen . Brasilien gehoert zu den BRIC: Brasilien, Russland, Indien, China - die "grossen Unabhaengigen" von USA und NATO! Auch hat Brasilien viel Unabhaengigkeit von USA und NATO bemerkbar gemacht in der Verhandlung, zusammen mit der Tuerkei, zur Loesing der Nuklearentwicklung in Iran. In den Amerikas hat sich Brasilien, zusammen mit der Mehrzahl der Nationen Suedamerikas, gegen die Ausbreitung der USA Militaerbasen in Suedamerika ausgesprochen. Im Umsturz der Regierung von Honduras durch die USA hat Brasilien aktiv gegen diese Umsturz protestiert. Deshalb stroemt von USA ein riesige versteckte Progandawelle gegen die "linke" Regierung Brasiliens - und sogar die Malaria-Moskitos koennen "Einsatz fliegen": --(Lese oben): "Gerade die Grossstaudaemme wie das am Rio Xingu von der Regierung LULA DA SILVA beschlossene und heftigst von den Betroffenen Ureinwohner abgelehnte Belo Monte Wasserkraftwerk". --- Die Tatsache: Seit 1977 haben ALLE Regierungen Brasiliens (Militaerdiktatur, Konservative, Sozialdemokraten, Linke) das Projekt Belo Monte gewuenscht - aber die Finanzierung wurde durch den Einfluss der USA und Britanien verweigert. Heute finanziert Brasilien das Projekt. Das Projekt wird mehrheitlich von den brasilianischen Wissenschaftlern als durchfuerbar begutachtet, und wird auch von der grossen Mehrzahl der Bevoelkerung des Gebietes gewuenscht - die Familien haben 8 bis 11 Kinder und morgen koennen nicht die 100 Enkel vom Flussfischfang and Nuessesammeln leben. Das Gebiet ist gar nicht im "Amazonasurwald" sondern eine seit Generationen entwickelnden Landwirtschaftregion. Die "Ureinwohner" haben ihre Reservationen hunderte Kilometer entfernt. Im USA Staat Hawaii und USA Kolonie Puerto Rico erzeugen die Moskitos immer Denguefieber (teilweise toedlich) - ohne auch ohne "linke Regierung" oder Staudammbau!
Vielleicht ist Brasilien im 'Kommen' ... aber muss es dann auch alle Fehler machen, die man nach heutigem Wissen besser vermeiden sollte? Fakt ist: Die beschriebenen Eingriffe in bis dahin malaria-freie Regionen führen zu Malaria-Befall. Dies nicht nur in Brasilien, sondern auch im Kongo oder in Malaysia. Schlaue Landnutzung baut nicht Infrastruktur, die zur Erkrankung der Bevölkerung führt.
Gesellschaften 'im 'Kommen'' (besser: deren Regierungen) pflegen sich durch Gigantomanie auszuzeichnen - an deren Folgen nachkommende Generationen leiden. Die Störungen, die der in den 60-er Jahren gebaute Asuandamm am Nil verursacht hat, sind heute noch nicht verdaut. Das traditionelle an natürliche Wasserbewegungen angelehnte Bewirtschaftungssystem des Niltales war viel nachhaltiger als der 'moderne' Versuch, dem Fluß mit großem technischen Aufwand dieselben Dienstleistungen abzuverlangen, die er früher umsonst geliefert hat: Die Düngung und Bewässerung der Landwirtschaft, die erstaunliche Erträge liefern konnten.
Studien zu Belo Monte sagen voraus, daß der Stausee nach seiner Fertigstellung (wg Wassermangels in den 3-5 trockenen Sommermonaten) nur rund 10% seiner installierten Leistung von 11,233 MW liefern wird - und übers ganze Jahr gerechnet weniger als 40%. In Europa würde so ein Kraftwerk nicht gebaut werden.
Im Xingu Flusssystem gibt es über 600 Fischarten - um nur einen Teil der betroffenen Fauna und Flora zu nennen - die Auswirkungen des Projekts auf diese Vielfalt ist nicht abzusehen und wohl nur von Menschen zu 'verantworten', denen die natürliche Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen und Gewässern ein Buch mit sieben Siegeln war und bleiben wird.
Ob die jetzt in der Region lebende Bevölkerung vom Projekt wirklich profitieren wird, das kann man sich an ähnlichen Großprojekten veranschaulichen: üblicherweise geht so erzeugter Strom an industrielle Großabnehmer, die für den Export produzieren - und zusätzliche Umweltzerstörung bringt
Seit 1977 haben brasilianische Regierungen aller ideologischen Richtungen versucht den Belo Monte Staudamm zu bauen - Militaerdiktatur, Konservative, Sozialdemokraten, Linke. Seit 1977 ist Belo Monte verhindert worden durch "Einfluss" welcher von USA und England auf die internationale Finanzierung ausgeuebt wurde. Heute kann Brasilien den Belo Monte Staudamm selbst finanzieren - die Wirtschaft waechst auch dieses Jahr 7+% weil Brasilien seit 2000 nicht mehr von USA "Wirtschaftsexperten" gehindert wird. 90% der Befragten bevorzugen Parteien welche den Belo Monte Staudamm bauen werden. Ein Minderheit von besorgten brasilianischen Experten haben sich gegen Belo Monte erklaert, aber die Mehrzahl unterstuetzen das Projekt als durchfuehrbar und notwendig fuer die Entwicklung des "Nordens" - wo die Menschen typischerweise zehn Kinder haben welche morgen Arbeit in einer entwickelten Wirtschaft suchen muess: Brasilien will in der Zukunft nicht mehr nur Rohmaterialien exportieren (Eisenerz, Aluminium, Bauwolle, Celulose) - sondern diese selbst industriell verarbeiten und als Fertigprodukte exportieren: Da muss genug Elektrizitaet zu Verfuegung stehen. Besonders die USA, welche heute schon einen "Weichen Krieg" gegen Brasilien als Exportkonkurrenz fuehrt und die neue "diplomatische Unabhaengigkeit" Brasiliens bekaempft - schiebt deshalb ihre "covert operations" gegen Brasilien - deshalb jetzt die "Malariastudie" der Universitaet in USA - ueber die Malariagefahr wegen Staudaemmen in Suedamerika. Die Menschen im Amazonasgebiet leben teilweise in Pfahlbauten in zeitweilig ueberfluteten Flaechen: Die Malaria entsteht natuerlich durch die wachsende Bevoelkerungsdichte. Und der Bevoelkerungszuwachs in Brasilien entseht teilweise durch den Wiederstand und Einfluss der katholischen Kirche wie die unter der Leitung des oestreichischen Bischofs Erwin Kraeutler, gegen die Schwangerschaftsverhuetung. Sehe youtube Video "AHE Belo Monte" die Version in Englisch 'habis 130'.
Die Zukunft Brasiliens und der USA (wie anderer Länder) hängt - mehr noch als in der Vergangenheit - vom Zugang zu Ressourcen ab und der Möglichkeit, diese möglichst lange nutzen zu können. Darüber entscheiden langfristig aber nicht irgendwelche Handelskriege, sondern allein die Frage, ob man die Nutzung so pfiffig hinbekommt, dass man eigentlich von ihr unabhängig sein kann - Effizienz ist das wichtigste Stichwort und Nachhaltigkeit das zweitwichtigste. Energieerzeugung mit schlechtem Wirkungsgrad, die man sich mit verheerenden Auswirkungen auf die Artenvielfalt und in dem Fall sogar dem Klimaschutz erkaufen will, sind nicht zukunftsfähig.
Familien sollten nirgendwo 'typischerweise 10 Kinder' haben und aus dieser explosionsartigen Vermehrung dann die Begründung für die Zerstörung einer Waldregion und eines der wichtigsten naturbelassenen Flüsse abzuleiten, hat schon etwas von 'den Ast absägen, auf dem man sitzt'.
Die 'Malariastudie' wurde übrigens nicht an Staudämmen gemacht, sondern dokumentiert nur die Folgen der holzwirtschaftlichen Nutzung früher nicht so genutzter Waldregionen (siehe www.pro-regenwald.de/news/2010/06/17/Holzeinschlag_bringt) - die Verschwörungstheorie dazu ist also reine Fiktion.
Heute ist kein guter Tag. Erst 'besiegt' die amerikanische Öllobby vor Gericht das Fördermoratorium Obamas gegen die riskante Tiefseeförderung (nach dem Motto: lasst den Junkie an seinen Stoff!) und dann wird uns hier erklärt, dass brasilianische Experten die Zerstörung des Regenwalds für machbar halten...
Die Kolonialherrschaft endete in Lateinamerika im 19ten Jahrhundert. Danach mussten sich die neuen unabhaengigen Nationen noch staendig vor den Kolonialmaechten beugen: Besonders England durch die Beherrschung (wie noch heute!) der Finanzmaerkte, und vor der USA als "hemispherische Fuehrungsmacht". Auch Frankreich beteiligte sich an der neuen maskierten Kolonilherrschaft. Erst jetzt, in unseren Tagen sind einige Nationen wirklich "unabhaengig" geworden, besonders Brasilien weil es gute Wirtschaftsverbindungen mit Asien aufgebaut hat - das selbe Asien welche sich von den selben Kolonialmaechten befreit hat! Die Deutschen mit ihrer eigenen schamlosen Kolonialgeschichte - strampeln aber auch im Gefolge der grossen alten Kolonialmaechte - USA, England, Frankeich - ob das Kaiser Willhelms Entsendung seiner "Hunnen" vor einem Jahrhundert gegen die aufstaendigen Chinesen war, oder heute, wieder als "Partner" in Kunduz an der Grenze Chinas. So muessen auch die deutschen Gruenen in Lateinamerika als "Partner" der Kolonialmaechte mitstrampeln: Lateinamerikaner waeren nicht kompetend ihrer eigenen Nationen zu entwickeln und beduerfen weiterhin die Belehrung der klugen Deutschen und der oestreichischen Priester. Die Botschaft von Lula hierbei nochmals wiederholt : "Kein Gringo sollte seine Nase dort hinein stecken wo er nicht hingerufen wurde. Wir wissen unseren Wald zu pflegen und wir wissen um unsere Wirtschaftsentwicklung zu sorgen!" Sicherlich wuenschen die Lateinamerikaner keine Vorschriften ueber die Anzahl ihrer Kinder - von einen strebenden, kinderfeindlichen Volk. Gleichzeitig hat Lula auf die Fehler des vor fast 30 Jahren gebauten Balbinastaudamm hingewiesen: Brasilien ringt heute fuer eine umweltfreundliche Entwicklung - innerhalb der sozialdemographischen Moeglichkeiten. Hydroelektrizitaet ist heute die vernuenftigste Energiequelle. Belo Monte ist gar nicht "im Urwald" sondern in einem entwickelten Landwirschaftsbezirk. Sehe "altamiranet.com" !
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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