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Von Ingolf Bossenz 05.07.2010 / Kommentar
kommentiert

Opfer einer Kultur

Eine Kultur fordert ihre Opfer. Am Wochenende starb ein 19-Jähriger in der nordwestspanischen Stadt Fuentesauco. Er war beim Stiertreiben von einem der gehetzten Tiere tödlich verletzt worden. Aber richtig los geht es erst am Dienstag. Dann beginnt in der nordspanischen Stadt Pamplona der »Encierro«, jene zum Gaudi der Touristenhorden veranstaltete Stierhatz, die im vorigen Jahr mit der Bilanz von einem Toten und 446 Verletzten endete – Menschen, wohlgemerkt. Denn das Abschlachten der etwa 50 in Angst und Panik versetzten sowie mit Wasser- und Futterentzug geschwächten Stiere in der Arena gehört zum Ritual dieses »Volksfests«. Dass der von Gewaltfantasien getriebene Ernest Hemingway der sadistischen Quälerei in »Fiesta« ein »literarisches Denkmal« setzte, gilt als gleichsam säkulare Heiligsprechung des elenden Schauspiels. Derlei Barbarei wird in der EU nicht etwa verboten, sondern fällt unter jene »Gepflogenheiten« in Bezug auf »kulturelle Traditionen und das regionale Erbe«, die unter dem Schutz des Lissabonner Reformvertrags stehen. Indes wächst auch in Spanien die Zahl derer, die ein Ende des blutigen Brauchtums fordern. Auf einem Marsch in Madrid hieß es: »La tortura no es cultura – Folter ist keine Kultur«. Für diese »Kultur« sterben ab morgen weitere Tiere – und vielleicht Menschen.

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4 Kommentare zu diesem Artikel

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  • mamor, 09. Jul 2010 19:24

    Von mir aus Alle!

    Von mir aus sollen Alle schwere Verletzungen davon tragen! ich habe keinerlei Gnade mit derartigen Individuen!
    Wird die Stierhatz nicht sogar durch die EU finanziert?

    • Permalink

  • neonsheela, 05. Jul 2010 21:12

    Pardon.

    ..die correcte add ist inzwischen=
    wallagainstviolence.peperonity.com

    • Permalink

  • neonsheela, 05. Jul 2010 20:29

    Hemmingway's Nightmare

    Bilder und Anmerkung zu diesem Blut-Spektakel unter= Hemmingway's Nightmare- auf Homepage= wallagainstviolence.waped.de

    • Permalink

  • EPetras, 05. Jul 2010 20:03

    Abschied vom Stiergott

    Sehr geehrter Herr Bossens,
    danke, dass Sie am Thema dranbleiben!

    In so vieler Weise leiden Tiere so immens unter dem Menschen. Wir Menschen rühmen uns unseres besonderen Sozialverhaltens, unserer "Kultur" - und frönen doch archaischen Kult-Ritualen, die ihren Ursprung in der Verehrung und Überwindung des Stiergottes haben.

    Der Ablösungsprozess sollte doch nun endlich durchgestanden sein. Welches Kind befindet sich schon endlos in der Pubertät?

    Immer noch meinen viele Menschen auch sogar hierzulande, sich durch Fleischkonsum die Kräfte besiegter Tiere einverleiben zu müssen, zu lange wurden diese Rituale ausgeführt (vgl. Baudler: "Abschied vom Stiergott"). Selbst, wenn die Ernährungswissenschaft besagt, dass es schädlich ist, öfter als zweimal Fleisch pro Woche zu essen (es haneldt sich um eine Obergrenze und keien Untergrenze, wie oft gemutmaßt wird), meinen gerade männliche Menschen immer noch oft, die hohe Wertstellung des Fleischkonsums weiter pflegen zu müssen.

    Sollten wir nicht endlich die Vernunft, die wir doch gepachtete zu haben ghlauben, wirken lassen? Ist nicht auch Ethik unteilbar? Muss Solidarität nicht auch Lebewesen umfassen, mti denen wir bis zu 98,9% der Gene gemeinsam haben (beim Schwein sind es ca 95%)?

    • Permalink

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