Volkmar Draeger 24.07.2010 / Berlin / Brandenburg

Götter, Geister und Geheimbünde

Im Ethnologischen Museum fasziniert »Vodou. Kunst und Kult aus Haiti«

Ergebnis krimineller Misswirtschaft: Galt Haiti nach 1750 dank Zuckerrohr, Indigo, Baumwolle, Kaffee als reichste Kolonie der Welt, zählt das Land heute zu den ärmsten. Reich ist es noch immer an einer einzigartigen kulturellen Tradition, die sich aus vielen Quellen speist. Nach der Dezimierung der Taino, Haitis indianischer Urbevölkerung, schifften die Spanier Millionen von Sklaven aus Afrika ein. Kreolisch wurde deren Sprache, ihre Religionen mischten sich mit dem Katholizismus und dem Taino-Erbe. Auch wenn heute 80 Prozent der Haitianer katholisch sind, glauben doch 90 Prozent von ihnen auch an ihre Vodou-Götter.

Als bizarre Armee der Finsternis erscheint diese Gruppe Bizango-Gestalten

Vodou, in der Fon-Sprache von Benin und Nigeria das Wort für Gott, war nicht nur Kult, sondern gleichsam Fanal für Widerstand und zahllose Sklavenaufstände. Mit rund 350 Objekten bietet eine Ausstellung im Ethnologischen Museum den bislang umfassendsten Einblick in eine geheimnisumwobene Welt. »Vodou. Kunst und Kult aus Haiti« nutzt die über 3000 Exponate zählende Sammlung, die die Schweizerin Marianne Lehmann seit Dezennien aus Vodou-Tempeln vor Ort zusammengetragen hat. Wie ein Labyrinth aus Hartpappe quert man die Ausstellung, dicht folgen die Themen aufeinander, drangvoll wie die Gegenstände in den Altarräumen. Zuvor jedoch dokumentieren Fotos die Zerstörung nach dem großen Erdbeben im Januar 2010. Wieder einmal scheint der Götterglaube ein Ausweg.

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