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Bierkönigin Jenny III. mit Gambrinus und Gefolge laden zum Fest.
Foto: F. Bürger
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Man mische einen Sud aus Honig, Rosmarin, Salbei, Erdbeerblättern, Hirschzungenkraut, Stiefmütterchen, Sauerampfer, Nelke und Thymian. Heraus kommt eine ungewohnt schmeckende, aber sicherlich gesunde Mixtur. Findige Brauer geben noch Gerstenmalz, Hefe und Hopfen hinzu, und schon ist eine neue Bierspezialität kreiert – das Zwönitzer Kräuterbier aus dem Erzgebirge. Probieren kann es ab heute bis Sonntag jeder auf dem 14. Berliner Bierfestival, zu dem eine Million Besucher erwartet werden.
Auf der 2200 Meter langen Biermeile auf der Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor in Friedrichshain werden während der Tage des kollektiven Humpenstemmens 2000 Bierspezialitäten von rund 300 Brauereien aus 86 Ländern zum »Verkosten« offeriert. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Braukünste der Sozialistischen Republik Vietnam. Sie serviert die Festivalbiere »Hanoi Beer« und aus der Hauptstadt im Süden des Landes das in Ho-Chi-Minh-Stadt gebraute »Saigon Beer«. Damit gebe es erstmals ein außereuropäisches Partnerland auf der Biermeile, so Roland Demleitner, Geschäftsführer des Vereins Private Brauereien Deutschlands.
»Vietnamesen und Deutsche mögen sehr gerne Bier«, weiß Botschaftsrat Dr. Bui Manh Cuong und verrät bei einem Schluck Saigon Export: »Unser Bier besteht zur Hälfte aus Reis und zur Hälfte aus Gerstenmalz.« Hanoi-Bier wird seit über 100 Jahren gebraut, jeder Einwohner Vietnams konsumiert pro Jahr etwa 27 Liter des heimischen Reis-Gerstensaftes. Die Deutschen schlucken dagegen laut Statistischem Bundesamt 105 Liter im Jahr. Die Vietnamesen haben aber auch Kultur anderer Art mitgebracht: ein Tanz- und Gesangsensemble des vietnamesischen Nationaltheaters.
Musik ertönt auf insgesamt 18 Bühnen. Wer dabei einen klaren Kopf behalten möchte, kann sich das alkoholfreie Ampelmann-Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle zu Gemüte führen. Auch das erzgebirgische »Räuchermannl mit Malz und Erdbeernote« verspricht Genuss und Promille. Recht exotisch kommt auch das »Zwönitzer Holunder-Weizen-Schwarzbier« daher.
Bierfahnen aus der ganzen Welt werden somit über die Karl-Marx-Allee wehen. Gambrinus' Pfade führen auch nach Äthiopien, Tansania und die Elfenbeinküste, nach Schottland und Irland, natürlich nach Belgien und in die Tschechische Republik. Wer zu viel von den diversen Mixturen der internationalen Braumeister genießt, sollte an das Motto des Festes denken: »Bier macht uns zu Freunden«. So weit dann hoffentlich noch erinnerlich. »Wir wollen ein friedliches Fest«, so die Veranstalter. Um dies zu gewährleisten, sei eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bezirksamtes, der Polizei und der Anwohner geschaffen worden. An Infoständen an den Kopfbereichen der Meile werde geholfen.
Berliner Bierfestival, Karl-Marx-Allee, Friedrichshain, 6. 8. von 12 bis 24 Uhr, 7.8. von 10 bis 24 Uhr, 8. 8. von 10 bis 22 Uhr; Eintritt frei; www.bierfestival-berlin.de
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