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Von wegen soziale Hängematte

Studie bescheinigt Hartz IV-Empfängern hohe Motivation

München, 26. August (AFP/ND) - Immer wieder werden Hartz-IV-Bezieher verdächtigt, es sich mit dem Bezug der staatlichen Leistung in der "sozialen Hängematte" bequem zu machen. Eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) zeichnet nun ein anderes Bild: Viele Hartz-IV-Bezieher gehen demnach mit einem großen Zeitaufwand für die Gesellschaft nützlichen Tätigkeiten nach. Und ihre Motivation und Flexibilität bei der Jobsuche ist der Untersuchung zufolge häufig höher als bei regulär Erwerbstätigen - allerdings erleben sie auch viel mehr Frustrationen.

Die repräsentative Untersuchung befragte in den Jahren 2007 und 2008 mehr als 10.000 Hartz-IV-Bezieher. Zwei Drittel von ihnen gingen der Studie zufolge mehr als 20 Stunden pro Woche einer Tätigkeit nach: Sie arbeiteten oder sie befanden sich in einer Fördermaßnahme oder Weiterbildung, konnten aber alleine von dem Gehalt dafür nicht leben; oder sie pflegten Angehörige oder erzogen Kinder.

Vom Gesetzgeber verpflichtet, sich um einen neuen Job zu kümmern, waren der Studie zufolge etwa drei Millionen der Hartz-IV-Empfänger. Die meisten von diesen taten dies auch - oder sie hatten bereits einen Job, der allerdings nach den gesetzlichen Vorgaben zu schlecht bezahlt war. Wie das IAB herausarbeitete, blieb ein harter Kern von 810.000 Frauen und Männern, die keine Anstrengungen unternahmen. 350.000 davon gehörten zu den älteren Hartz-IV-Beziehern oder gaben an, krank zu sein. Andere aus dieser Gruppe waren laut IAB von vielen Absagen entmutigt. Nur 14 Prozent oder 113.400 Hartz-IV-Bezieher sagten, ihnen reiche das Geld von Hartz IV auch so zum leben - deshalb wollten sie gar nicht arbeiten.

Dass nur eine kleine Minderheit der Hartz-IV-Bezieher sich mit der staatlichen Leistung ausruhen will, zeigt auch die Befragung zur Motivation und Einstellung zur Arbeit. So stimmten 76,4 Prozent der Aussage zu, "Arbeit zu haben ist das Wichtigste im Leben". Unter regulär Beschäftigten, die für die Studie ebenfalls befragt wurden, war dieser Anteil mit 71,1 Prozent geringer. 80,1 Prozent der Hartz-IV-Bezieher sagten: "Ich würde auch dann gerne arbeiten, wenn ich das Geld nicht brauchen würde." Mit 78,4 Prozent lag auch in diesem Punkt der Anteil unter regulär Beschäftigten niedriger.

Hartz-IV-Bezieher zeigten zumindest in der Umfrage auch eine größere Bereitschaft zur Flexibilität als regulär Beschäftigte, um arbeiten zu können. So gaben 62,6 Prozent der Befragten an, Arbeitswege von einer Stunde oder mehr in Kauf zu nehmen. Ein Wohnortwechsel kam für 31,3 Prozent in Frage. Die Annahme einer Beschäftigung, die unter ihrer fachlichen Qualifikation liegt, ziehen der Studie zufolge rund 81 Prozent der Hartz-IV-Bezieher in Betracht.





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