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Fidel Castro: War verantwortlich

Revolutionsführer über Verfolgung von Homosexuellen in Kuba

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat zugegeben, die Verfolgung von Homosexuellen in den Anfangsjahren seiner Herrschaft in Kuba nicht verhindert zu haben.

Havanna (dpa/AFP/ND). »Wenn einer verantwortlich ist, dann bin ich es«, sagte der 84-Jährige in einem in der mexikanischen Zeitung »La Jornada« veröffentlichten Interview. »Es ist wahr, dass ich mich in diesen Momenten nicht um diese Angelegenheit habe kümmern können«, erklärte er. »Ich ertrank in Arbeit und war befasst mit Krisen, mit Krieg und anderen politischen Fragen.« Seine Regierung habe nach dem Sturz der Diktatur 1959 nicht angemessen mit dem Thema der Homophobie umgehen können. »Systematische Sabotage und bewaffnete Angriffe ereigneten sich die ganze Zeit«, so Castro. »Wir hatten so viele und so große Probleme, bei denen es um Leben und Tod ging, dass wir dem Thema gegenüber nicht genügend Aufmerksamkeit haben aufbringen können«, betonte er auch im Hinblick auf die zahlreichen Versuche der US-Geheimdienste, ihn persönlich aus dem Weg zu räumen. Erst in den 90er Jahren schaffte Kuba die Strafen für Homosexualität ab. Vor wenigen Wochen wurde zum dritten Mal der »Kubanische Tag gegen die Homophobie« begangen.

Eine der führenden Persönlichkeiten, die sich bisher für die Rechte der Homosexuellen in Kuba eingesetzt hat, ist Mariela Castro, Leiterin des Nationalen Zentrums für sexuelle Erziehung. Die 47-jährige Soziologin ist die Tochter von Präsident Raúl Castro.

Unterdessen hat Fidel Castro seiner jüngsten Ankündigung, dass es in dieser Welt für ihn »noch einige Dinge zu erledigen« gebe, Taten Folgen lassen. Wie die örtliche Presse berichtete, unternahm er zusammen mit persönlichen Gästen aus den USA und einer Vertreterin der hebräischen Glaubensgemeinschaft einen Rundgang durch das Aquarium von Havanna.

Seinen Begleitern überreichte der Ex-Staatschef jeweils ein mit Widmung versehenes Exemplar seiner Memoiren über den Widerstand (»Der strategische Sieg«). Zu den Empfängern gehörten der US-Journalist Jeffrey Goldberg und die ebenfalls aus den USA stammende Lateinamerika-Expertin Julia Sweig sowie die kubanische Präsidentin der hebräischen Gemeinde in Kuba, Adela Dworin.

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