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Gesunde Wahl

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Der 61-Jährige wird erneut Krankenkassenvorstand. Foto: Securvita

Der neue Vorstand der Securvita Krankenkasse heilt lieber mit Liebe statt mit Valium. Dr. Ellis Huber, Arzt und engagierter Gesundheitsreformer, hält wenig vom exzessiven Pillenschlucken, dafür viel von sozialer Fürsorge. Seit Jahren tritt er vehement für ein Umdenken im Gesundheitswesen ein. Als Präsident der Berliner Ärztekammer, der er 1987 bis 1999 vorstand, forderte er 1995 in seinem Buch »Liebe statt Valium – Konzepte für eine neue Gesundheitsreform« eine ganzheitliche Medizin und mehr persönliche Zuwendung seitens der Ärzte. Mit diesem Vorstand ist der Securvita Krankenkasse, die sich für die Verbindung von Schulmedizin und Naturheilverfahren einsetzt, ein guter Fang gelungen. Und das bereits zum zweiten Mal.

Huber leitete die bundesweit aktive Kasse mit rund 160 000 Mitgliedern schon 2001 bis 2005. Gekündigt hatte er, weil sich die gesundheitspolitischen Visionen, die er öffentlich kundtat, dort nicht verwirklichen ließen. Im Jahr zuvor hatte er nichts weniger als »Die Gesundheitsrevolution« ausgerufen. In dem so betitelten Buch nahm er das Ärzte-Pharma-Kartell kritisch unter die Lupe und suchte mit Co-Autor Kurt Langbein »radikale Wege aus der Krise« des profitorientierten Medizinsystems.

Der Konflikt mit der Securvita scheint beigelegt. Es habe sich eine Menge verändert, erklärte Huber gegenüber dem ND. Die Kasse sei offener geworden, die Atmosphäre konstruktiver. Auch sehe er die Securvita noch immer als Vorreiter auf dem Gebiet der Alternativmedizin. Nach seiner Zeit als Gesundheitsberater der LINKEN und wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten ist er darum auf Anfrage der Securvita in sein Amt zurückgekehrt. Seine Funktionen als Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Präventologen und Vorstandsmitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin wird er weiterhin ausüben.

Hubers Ziel ist eine Kasse, die »Gesundheitskompetenz« fördert und Solidarität als »eine der wichtigsten Gesundheitsressourcen« erkennt. In einer Gastkolumne im ND formulierte er kürzlich eine Einsicht, die jedem Krankenkassenvorstand gut täte: »Das Gesundheitswesen gehört nicht dem Kapital mit seinen Interessen, es gehört der Bevölkerung mit ihren Bedürfnissen.« Jenny Becker

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