Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Schnellsuche

Erweiterte Suche

Parteien entdecken die Integrationspolitik

Gipfel bis Ende des Jahres angekündigt

Nach dem angekündigten Rauswurf Thilo Sarrazins bei der Bundesbank werden Rufe nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit Integrationsproblemen laut.

Berlin (Agenturen/ND). Der Streit um die Thesen von Noch-Bundesbanker Thilo Sarrazin (SPD) hat eine neue Integrationsdebatte ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der türkischen Zeitung »Hürriyet«, Integration sei eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Nach einem Bericht der »Saarbrücker Zeitung« soll noch in diesem Jahr der erste Integrationsgipfel unter Federführung der schwarz-gelben Bundesregierung stattfinden.

Merkel machte den Türken gegenüber deutlich, dass sie Sarrazins Thesen ablehnt. Dessen Argument, Deutschland werde durch türkische und andere muslimische Einwanderer dümmer, sei »Unsinn«, erklärte sie. Es müsse aber in der Integrationspolitik noch mehr getan werden als bisher. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte der »Saarbrücker Zeitung«, nach der beschlossenen Abberufung Sarrazins als Bundesbankvorstandsmitglied sei es jetzt an der Zeit, »dass wir uns dem eigentlichen Thema widmen«. Die Integration der hier lebenden Migranten sei einer der wichtigsten Herausforderungen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles verteidigte derweil das Parteiausschlussverfahren. Sarrazin habe eine Grenze überschritten, schrieb Nahles laut Presseberichten in einem Brief an alle SPD-Mitglieder. Der angestrebte Rausschmiss sei aber »keine Absage an eine intensive Debatte über Integrationspolitik«. In diesem Punkt gebe die SPD Sarrazin recht: »Es liegt noch vieles im Argen.« So gebe es noch immer teils erhebliche Bildungs- und Sprachdefizite bei jungen Migranten.

Über den Antrag des Bundesbankvorstandes, Sarrazin abzuberufen, muss Bundespräsident Christian Wulff entscheiden. Der verlangt unterdessen eine Stellungnahme der Bundesregierung. Wulff warnte vor Verallgemeinerungen, die auf kulturelle, religiöse oder ethnische Gruppen abzielten. »Sie richten sogar großen Schaden an«, sagte der Bundespräsident. Es sei besser, einander zunächst näher kennenzulernen. Er bedauerte, dass die große Vielfalt unter den Muslimen in vielen Diskussionen keine Rolle spiele.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Integration verschiedener Kulturen in Deutschland

    Mit rassistischen Thesen schien der neodarwinistische Hobbygenetiker Thilo Sarrazin vor Wochen lesereisend in der Bevölkerung zwar Ablehnung aber, hinter vorgehaltener Hand, auch viel Zustimmung auszulösen, da blies kürzlich Horst Seehofer ins selbe Horn und erklärte »daß wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen«. Hat er sich zum Thema missverständlich ausgedrückt? Oder meint er was er sagte? Was läuft ab in Sachen Integration? ND bleibt dem Thema auf der Spur. Mehr

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

1 Kommentar zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
  • Harzer, 04. Sep 2010 17:29

    Das wirkliche Problem

    in Deutschland ist nicht das zwischen Einwanderen und Einheimischen, sondern zwischen reichen Eliten oben und armem Prekariat unten.

    Unsere Hauptschulen sind derart saumäßig, daß in ihnen auch viele Altdeutsche partielle Analphabeten und "nur bis 3 Zähler" bleiben. Kommen noch Sprachprobleme dazu, haben die Kinder sowieso so gut wie keine Chance.
    Da werden sich noch einige aus der DEUTSCHEN unteren Mittelschicht wundern, wenn sie mit ihren Kindern erst in Hartz4 abgerutscht sind.

    Jahrelang haben unsere Politiker aller Parteien nichts für die Eingliederung der Einwanderer getan, sie als "Gastarbeiter" bezeichnet und wollten sie nach "getaner Arbeit" wieder loswerden. Da muß man sich doch nicht wundern, wenn sich diese Menschen in einer Parallelwelt eingerichtet haben.
    Darüber sollte Frau Merkel mal mit ihrer "C"DU reden, statt einfach nur Herrn Sarrazin rauszuschmeißen.

    Aber ihr Bundesaushilfspräsident wird schon das tun, was sie von ihm wünscht.

    • Permalink

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Präsidentenwahlen in den USA

Am 3. Januar 2012 beginnen die US-Republikaner die Vorwahlen. In einem fünfmonatigen Wahlmarathon suchen sie einen Präsidentschaftskandidaten und Herausforderer von Präsident Barack Obama. Die Präsidentschaftswahlen finden am 6. November 2012 statt.

Alle Dossiers

Frisch gebloggt
04.02.2012 | Marcus Meier

Grüner Kapitalismus?

Alle Blogs

Facebook
Twitter
Umfrage

Leserpreis 2012

Auszeichnung beim »Fest der Linken«
Kristina Schröder Bildungsabo

Um Mithilfe wird gebeten

Bundesministerin Kristina Schröder warnt vor dem linksextremen »nd«. Lesen Sie selbst!
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.