Regina Stötzel 17.09.2010 / Inland

Vor dem Gesetz sind alle erwachsen

Pro Asyl und Separated Children fordern, Flüchtlingskinder endlich wie Kinder zu behandeln

Im Mai hat die Regierung die Vorbehalte gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen. Gesetzliche Konsequenzen lässt sie bis heute nicht folgen. Flüchtlingsorganisationen bilanzieren die »unendliche Geschichte politischen Versagens«.

Albert Riedelsheimer, Generalsekretär des Vereins Separated Children, schildert die Geschichte von Toni, dessen Vormund er ist. Der 16-jährige Flüchtling gab an, aus Uganda zu kommen und dort wegen seiner Homosexualität bedroht worden zu sein. Weil er nach Ansicht der Dolmetscherin gewisse Buchstaben komisch ausspreche, kam der Verdacht auf, er lüge. Der Zuständige beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge behauptete, Orte, die Toni nachweislich richtig beschrieb, existierten nicht. Er wisse zu wenig über sein Herkunftsland, hieß es, obwohl er Riedelsheimer zufolge etwa 90 Prozent der Fragen richtig beantwortete. Dem Jungen wurde unterstellt, tatsächlich aus Nigeria zu stammen und seine Geschichte ausgedacht zu haben, obwohl ihm dies keinerlei Vorteil brächte. Schließlich wurde der Asylantrag des Jugendlichen abgelehnt.

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