Gemeinsam sind wir stark– linker Journalismus ist mir etwas wert!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Carsten Hübner
22.09.2010

Zweifelhafte Stars

Bei der Konferenz der »Volksinitiative« in Berlin kommen ausgewiesene Rechte zu Wort

Am 25. September soll in Berlin-Oberschöneweide die Konferenz »Der Euro vor dem Zusammenbruch« stattfinden. Veranstalter ist die »Volksinitiative« um den Journalisten Jürgen Elsässer. Erwartet werden vor allem Redner aus dem rechten und esoterischen Spektrum.

Der Brite Nigel Farage gehört fraglos zur Prominenz der europäischen Rechten. Seit mehreren Wahlperioden sitzt der ehemalige Konservative und Mitbegründer der nationalistischen »United Kingdom Independence Party« im Brüsseler Parlament. Seine europafeindlichen Ausfälle sind dort ebenso Legende wie die postwendenden Repliken des sozialdemokratischen Fraktionschefs Martin Schulz. Aktuell führt Farage zusammen mit dem Italiener Francesco Speroni von der rassistischen Lega Nord die Rechtsaußenfraktion »Europa der Freiheit und Demokratie«. Ihr gehören auch die Abgeordneten der »Wahren Finnen«, der nationalistischen »Slowakischen Nationalpartei« und der islamfeindlichen »Dänische Volkspartei« an.

Dass ausgewiesene Rechte wie Farage am kommenden Sonnabend auf Einladung der »Volksinitiative« (VI) in der Berliner Reinbeckhalle zu Wort kommen, ist kein Versehen, sondern Programm. »Anders als bei ähnlichen Anlässen werden Experten aus verschiedenen politischen Richtungen gemeinsam auftreten«, heißt es in einem vorab verbreiteten Pressetext, der vom Verleger und Veranstaltungssponsor Kai Homilius unterzeichnet ist. Bei Homilius gibt der ins nationalistische Fahrwasser geratene VI-Frontmann Jürgen Elsässer unter anderem seine »Compact«Taschenbuchreihe heraus.

Wer bereit ist, für die Aktionskonferenz 35 Euro zu berappen, an der Tageskasse sind es sogar 50 Euro, bekommt aber nicht nur den »glänzenden Redner« Farage geboten, sondern auch den emeritierten Staatsrechtsprofessor Karl Albrecht Schachtschneider und den Wirtschaftswissenschaftler und regelmäßigen Autor der nationalkonservativen Wochenzeitung »Junge Freiheit«, Wilhelm Hankel. Schachtscheider, Gründungsmitglied des nationalliberalen »Bund freier Bürger«, ist seit Jahren als Wanderprediger gegen Europa unterwegs. Berührungsängste nach rechts hat er dabei nicht. Außer Peter Gauweiler (CSU) stellte er seine Expertise in der Vergangenheit auch der rechtspopulistischen Gruppierung »pro Köln« und der rechtsextremen österreichischen FPÖ zur Verfügung. Darüber hin-aus ist er nach Angaben der sächsischen NPD-Landtagsfraktion im Jahre 2005 als ihr Sachverständiger bei einer Anhörung zum EU-Verfassungsvertrag aufgetreten.

Zu den angekündigten Rednern gehören aber auch dubios anmutende Vertreter der Esoterikszene wie Andreas Clauss von »Novertis«. Als »gemeinnützige Treuhandstiftung für ganzheitliches und autarkes Leben« hat sie sich vor allem der »Förderung von Projekten im Bereich der »Freien Energie« verschrieben. So wird auf den Internetseiten der Stiftung zum Beispiel ein Gerät namens »Time Waver« beworben, das mittels einer »quantenphysikalischen Schnittstelle beliebige Informationen und Schwingungsmuster in das Informationsfeld des Menschen übertragen« könne. Der Konferenz-Veranstalter preist die »Novertis« als einen Weg, »wie Sie Ihr Vermögen dem kollabierenden Finanzsystem entziehen und in gemeinnützigen Stiftungen als rettendem Hafen anlegen können«.

Dass von der Internetpräsenz der Stiftung unter der Rubrik »Alternative Nachrichten« Verweise auf das Neonazi-Portal »Altermedia«, die Seite des Rechtsextremisten Michael Winkler oder zur »Jungen Freiheit« führen, wirft weitere Fragen auf. Ebenso wie die Seite »hartgeld.com« des Referenten Walter K. Eichelburg, die sich selbst als »meistgelesene deutschsprachige Website für Gold, Silber, Krisenvorsorge« anpreist und aktuell mit der islamfeindlichen Fotomontage »Merkel to Mars« aufmacht. Dort werden die Kanzlerin und SPD-Chef Gabriel in Raumanzügen gezeigt. Im Hintergrund ist eine Ansammlung von Moscheen und das Kanzleramt zu sehen, über dem eine Bundesfahne mit Halbmond weht.

Ob avisierte Referenten wie der Wormser Professor Max Otte (Hedgefondsmanager und Leiter des »Instituts für Vermögensentwicklung GmbH« in Köln), der »Börsenguru des Fernsehens« Michael Mross (N24 und CNBC) oder Edgar Most (ehemals Vizepräsident der Zentralbank der DDR und in den neunziger Jahren Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank) vor diesem Hintergrund tatsächlich auf der Aktionskonferenz auftreten, wird sich erst noch zeigen. Die Veranstalter um Jürgen Elsässer jedenfalls erwarten rund 500 Teilnehmer.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken