Hinter verschlossenen Türen ging es in Bangkok darum, Finanzinstitutionen davon zu überzeugen, nur solche Dammprojekte für Wasserkraftwerke am Mekong zu finanzieren, die ökologisch und sozial nachhaltig sind.
Nur einen Tag vor der Konferenz informierte die Volksrepublik Laos die »Mekong River Commission« (MRC) der Mekonganrainerstaaten Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam offiziell über die Absicht, den Mekong-Damm Sayaboulyim bauen zu wollen. Damit wurden Fakten geschaffen, ungeachtet der Warnung der MRC vor dem Schaden für das Ökosystem des Mekong. Sayaboulyim wird der erste von insgesamt elf Dämmen sein, die im Unterlauf des Mekong gebaut werden sollen.
Der gut 5000 Kilometer lange Mekong ist die Lebensader Südostasiens und mit 1200 Fischspezies einer der artenreichsten Flüsse der Welt. An seinem Unterlauf zwischen Laos und dem Delta in Vietnam sind insgesamt 60 Millionen Menschen wirtschaftlich von ihm abhängig. Ihren Eiweißbedarf decken sie zu achtzig Prozent durch Fisch, und die Fischerei schafft pro Jahr einen Wert von zwei Milliarden US-Dollar. Die Dämme werden katastrophale Auswirkungen für den Mekong und auf das Leben der Menschen haben. Die Mekongdelfine und die bis zu 350 Kilo schweren und mehrere Meter langen Riesenwelse sind schon vom Aussterben bedroht; die Routen der wandernden Fischarten werden unterbrochen; der Zufluss von Nährstoffen für die Landwirtschaft wird beeinträchtigt; die Nahrungsmittelkette könnte brechen. Niemand bestreitet, dass die Mekongländer dringend ihre Stromversorgung ausbauen müssen. In Kambodscha sind nur etwa 30 Prozent der Bevölkerung an ein Stromnetz angeschlossen. Das vom Stromimport abhängige Königreich hat die höchsten Strompreise der Region. Trotzdem will der WWF durch ein zehnjähriges Moratorium für die Mekongdämme Zeit gewinnen. »Wir brauchen sehr viel mehr Forschung über die Auswirkung der Dämme auf das Ökosystem des Mekong als auch zur Entwicklung technologischer Wasserkraftwerksalternativen ohne Staudämme«, sagt Marc Goichot, Experte für nachhaltige Infrastruktur. Der Strombedarf könne derweil durch den beschleunigten Bau von Wasserkraftwerken an den Zubringerflüssen gedeckt werden.
Das aber klingt, als würde der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Menschen werden von ihrem Land vertrieben und verlieren ihre wirtschaftliche Grundlage, ohne dass der Aufschwung durch die Kraftwerke für sie Wirklichkeit wird. Laos, wo derzeit 55 Dämme in Betrieb sind oder gebaut werden, will durch den Stromexport nach Thailand, Kambodscha und Vietnam zur »Batterie« der Region werden. Viele der Dämme in der Mekongregion werden mit chinesischer Hilfe gebaut. Chinesische Finanzinstitute aber fehlten auf der Konferenz in Bangkok.
Hillary Clinton hat Indien und Pakistan aufgefordert mehr Staudaemme zu bauen. Die USA und Nato wuenschen ein starkes Pakistan als Partner gegen die Islamisten, und ein maechtiges Indien als Gegensacher gegen China. Aber Suedostasien koennte sich mit Staudaemmen die Elektrizitaet beschaffen, um wie China, ein wichtiges Exportzentrum zu entwickeln, und das passt nicht in die geopolitischen Strategien der USA und Nato. (Vietnam hat von Russland jetzt fuer $ 2 Millarden sechs neue U-Boote gekauft...) Also schickt man den WWF von Prince Charles und die Worldbank von Mr. Zoellick nach Suedostasien: Die Menschen in Suedostasien sollen sich weiter auf Fischfang und Reisanbau konzentrieren und die Fluesse sollen frei fliessen fuer die Entdeckungen der Wissenschaftler von Harvard und Oxford. Ueberall dort auf der Welt, wo die USA und Nato keine Entwicklung wuenschen - erscheint zu erst der WWF von Prince Charles: Erst redet man den Menschen ein - "Ihr wollt doch gar nicht wie wir werden - bleibt lieber Naturmenschen mit euren Steinzeittraditionen (ermordet Kinder welche nicht "passend" scheinen!) und hoert auf eure weisen Schamane! " Ein Experte in Suedamerika, welcher die "Eingriffe" von USA, und Nato-Europa (plus Vatikan) schon seit Jahrzehnten analysiert, hat viel ueber den WWF geschrieben - der World Wildlife Fund, welcher von Prince Charles und ihm nahestehenden britischen Millardaeren gegruendet wurde und den Schutz der Natur als neokoloniale Waffe anwendet zur Beherrschung von Entwicklunglaendern und der Dritten Welt. Mr. Zoellick von der Worldbank war vorher der internationale Handelsbeauftragte der USA, und sein Vorgaenger in der Worldbank, war Paul Wolfowitz, welcher als Vize-Verteidigungsminister der USA der "Architekt" des Irak-Krieges war. Mit solchen Bankiers brauchen die Menschen in Suedostasien wirklich nicht noch mehr Feinde!
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