01.10.2010

Niedriglohn: Expandierender Sektor

Seit 1998 ist der Niedriglohnsektor beständig gewachsen. Dies geht aus Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) hervor. Die Niedriglohnschwelle lag 2008 bei 9,50 Euro in West- und 6,87 Euro brutto in Ostdeutschland. In den alten Ländern beziehen 18 Prozent aller Beschäftigten einen Niedriglohn, in den neuen 40 Prozent. Bis 2007 hat nicht nur die Zahl derer mit einem Einkommen knapp unter der Niedriglohnschwelle zugenommen: Unter den Geringverdienern ist der Anteil der sehr schlecht Bezahlten gestiegen.

»Weder die Sittenwidrigkeitsgrenze noch branchenbezogene Mindestlöhne können die Ausdifferenzierung des Lohnspektrums wirksam begrenzen«, urteilt das IAQ. Daher sei ein gesetzlicher Mindestlohn unverzichtbar. Würde man sich am relativen Niveau anderer europäischer Länder orientieren, müsste in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn zwischen 5,93 Euro und 9,18 Euro eingeführt werden.