Günter Benser 02.10.2010 / Geschichte

Wahrlich nicht alternativlos

Was ein Buch über die »Deutsche Einheit« verschweigt

Von einem Buch mit dem Titel »Deutsche Einheit« darf erwartet werden, dass die Wurzeln der Problematik von Einheit und Spaltung ergründet werden. Das sind indes für den Autor keine Themen. Dass die Reichseinheit 1871 nicht durch eine Volksbewegung, sondern durch eine Revolution von oben geschaffen worden ist, wird nicht erwähnt. Der nach Weltherrschaft strebende Hitlerfaschismus samt seiner Hinterleute als ursächliche Zerstörer des unter Bismarck staatlich geeinten Deutschen Reiches fehlen. Die nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus in allen Besatzungszonen und bis ins bürgerliche Lager hinein nachweisbare antikapitalistische, zumindest kapitalismuskritische Grundströmung und die darauf fußenden Konzepte für eine neue deutsche Republik sind dem Autor nicht der Rede wert. Die nicht völlig chancenlose Alternative eines neutralen entmilitarisierten Deutschlands im Ergebnis eines Friedensvertrages ebenso wenig. Auch nicht die gravierend unterschiedlichen Startbedingungen in Deutschland-West und Deutschland-Ost, das Vorpreschen des Westens mit separater Währungsreform und die Vorbereitung einer Bundesrepublik unter Ausklammerung der Ostzone etc. Von der Deutschlandpolitik der Bundesregierungen ist nur am Rande die Rede.

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