14.10.2010
Tagesglosse

Unten links

Sage einer, es tue sich nichts in Stuttgart. Die Forderung nach personellen Konsequenzen, die die Schwaben seit Wochen auf der Straße erheben, ist erfüllt: Gestern hat der VfB seinen Trainer gefeuert. Der Volkszorn hat sich also gelohnt. Die Stuttgarter können ihre Trillerpfeifen wieder wegstecken und ihre Schwaben-Streiche daheim weitermachen. Der Schlichter Heiner Geißler kann sowieso einpacken. Und die CDU in Baden-Württemberg gleich mit. Für die ist nämlich der Zug – ob nun vom bisherigen Kopf- oder vom erträumten Durchgangsbahnhof – abgefahren. Klein beigeben kann sie schon der Kanzlerin und Parteivorsitzenden wegen nicht, die keine Vorsicht an der Bahnsteigkante walten ließ und ihr Schicksal an Stuttgart 21 gekoppelt hat. Zieht die CDU das Ding aber am Volkswillen vorbei durch, kann sie die Landtagswahl im März vergessen. Dann wäre Ministerpräsident Mappus mit zehn Monaten übrigens exakt genauso lange im Amt wie der bisherige VfB-Trainer. oer

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