Knut Henkel 16.10.2010 / Ausland

Weltweite Jagd auf Ackerflächen

Landnahme durch Konzerne und Staatsfonds geht oft zulasten der Nahrungsmittelsicherheit

Der Wettlauf um fruchtbare Ackerflächen in Afrika, Asien und Lateinamerika ist in den letzten Jahren zu einem neuen Phänomen geworden. Etliche Millionen von Hektar werden mittlerweile alljährlich verkauft oder verpachtet, um Agrarprodukte für den Weltmarkt oder Biosprit zu produzieren. Ein Phänomen, welches die Ernährung der Bevölkerung in vielen Ländern bereits in Frage stellt.

Madagaskar ist nicht gerade ein Land mit ausgedehnten Agrarflächen. Jedes Jahr gehen auf der südostafrikanischen Insel durch Erosion etliche Tausend Hektar Anbaufläche verloren, kritisieren lokale Agrarwissenschaftler. Gleichwohl entschloss sich die Regierung in Antananarivo im Juli 2008, gleich 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zu verpachten. Auf diesen Äckern, die in etwa der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Madagaskars entspricht, sollten fortan Futtermais und Ölpalmen angebaut werden. Pächter war Daewoo Logistics aus Südkorea.

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