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Von Andreas Schug
19.11.2010

Strompreis drückt auf die Stimmung

Solarbranche sucht Mittel und Wege zur Kostensenkung

Viele Verbraucher ärgern sich über steigende Strompreise. Damit wächst der Druck auf die deutsche Photovoltaikindustrie, die Umlage für den Solarstrom zu begrenzen. Die Branche ist verunsichert. Der Bundesverband Solarwirtschaft geht in Deckung und setzt auf schrumpfende Zubauraten.

Gerade flattern den Verbrauchern Briefe der Stromkonzerne ins Haus. Zuletzt hatte Vattenfall angekündigt, die Kilowattstunde für Privatleute in Berlin und Hamburg um neun Prozent zu verteuern. Das sorgt für Ärger. Vattenfall schiebt den schwarzen Peter den Erneuerbaren zu, besonders der Photovoltaik: Die EEG-Umlage, mit der umweltfreundlicher Strom finanziert wird, steige zu stark, heißt es. Der Konzern blendet indes aus, dass Sonne, Wind und Biomasse inzwischen zu einem Überangebot an der Strombörse führen, was Bezugspreise senkt. Jener »Merit-Order-Effekt« entsteht, weil Sonnen- und Windenergie fossile Kraftwerke an der Leipziger Börse allmählich verdrängen. Den Milliardenvorteil geben die vier dominanten Energieversorger aber nicht an die Kunden weiter.

Gerade die Photovoltaik mit aktuell rund 15 Gigawatt installierter Leistung – in etwa die Kapazität von 15 Kernkraftwerken – reduziert in Deutschland an guten Sonnentagen die mittäglichen Lastspitzen, und das kappt dem Börsenpreis die höchsten Ausschläge. Trotz solcher Erfolge ist die deutsche Photovoltaikindustrie verunsichert. Auf dem 11. Forum Solarpraxis, das kürzlich in Berlin 700 Vertreter aus Firmen und Verbänden zusammenführte, überwog Pessimismus. Neben der Kritik einiger Medien wegen der steigenden EEG-Umlage bereitet die Regierungspolitik zugunsten der Atomlobby sowie die starke Konkurrenz aus China Kopfzerbrechen. Am krassesten formulierte es der US-Analyst Jesse Pichel von Jefferies Group, der mit Blick auf den deutschen Standort sagte: »Vergesst den Verbrauchsgütermarkt in Europa!« Demnach würden China und andere Länder ohnehin alle Preise unterbieten.

Nicht alle Teilnehmer waren damit einverstanden. Der Mitarbeiter eines deutschen Modulherstellers sagte, einige chinesische Firmen hätten Folien zum Verkapseln von Solarzellen benutzt, die innerhalb weniger Jahre vergilbten. Im Forum zur Qualitätskontrolle wurde am nächsten Tag klar, dass es auch in Europa Probleme mit Billigproduktion gibt. Die deutschen Markenhersteller gehen aber davon aus, dass sie weiter einen »Qualitätsbonus« erhalten. Die Preise für Module von Firmen wie Schott Solar, Solarworld und Aleo Solar liegen bei rund 1,80 bis 2,00 Euro pro Watt – chinesische Marken sind rund 20 Eurocent günstiger. Entgegen aller Unkenrufe waren die Fabriken der meisten deutschen Hersteller 2010 ausgelastet und die Firmen konnten die Kürzung der Solarvergütung von 16 Prozent zum 1. Juli sowie von drei Prozent ab Oktober gut verkraften.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) hat auf die öffentliche Kritik an steigenden Kosten reagiert. Im »Wegweiser Solarwirtschaft«, den die Unternehmensberatungen Roland Berger und Prognos für den BSW erstellten, steht als oberstes Ziel, »die Systempreise bis zum Jahr 2020 um mehr als 50 Prozent zu senken«. Im gleichen Zeitraum soll die installierte Leistung auf 52 bis 70 Gigawatt ansteigen, während die EEG-Vergütung pro Kilowattstunde kontinuierlich abgesenkt wird. Werde dieser Pfad beschritten, ziehe die Einspeisevergütung 2013 mit dem Haushaltsstrompreis gleich und ab 2017 könnten erste Anlagen im Haushaltssegment ohne Förderung auskommen.

Schade ist nur, dass sich die Branche mit ihrem Wegweiser in den tiefen Zielkorridor der Bundesregierung abduckt, der bei 2,5 bis 3,5 Gigawatt liegt. Allein 2010 hingegen ist nach verschiedenen Prognosen bereits mit sechs bis neun Gigawatt zusätzlich zu rechnen. Warum sollte die Energiewende verlangsamt werden? Hans Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, sagte auf dem Forum, »je größer der Erfolg wird, desto größer wird auch der Systemkonflikt mit der traditionellen Energiebranche«. Darauf habe auch der kürzlich verstorbene SPD-Abgeordnete Hermann Scheer in seinem Buch »Der energethische Imperativ« hingewiesen. Fell vermutet, dass dieser Konflikt noch nicht von allen Branchenvertretern gesehen wird.

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