RWE erhält Negativ-Preis für unlautere Lobbyarbeit
Brüssel (epd). Der deutsche Energieversorger RWE ist mit dem »Worst Lobbying Award 2010« für unlautere Lobbyarbeit ausgezeichnet worden. Die Jury aus Mitgliedern nichtstaatlicher Organisationen kritisierte am Donnerstag in Brüssel vor allem die Kampagnen des Konzerns zur Klimapolitik. Auf Platz zwei folgt der Unternehmensverband Business Europe, auf Platz drei der Stahlproduzent Arcelor Mittal.
»Öffentlich verpasst RWE sich ein grünes Image. Hinter den Kulissen wird Druck auf allen Ebenen gemacht, um schmutzige Kraftwerke ohne Auflagen weiter zu betreiben«, begründete Oxfam-Klimaexperte Jan Urhahn die Entscheidung der Jury. Um die EU-Richtlinie über Industrieemissionen zu kippen, habe RWE unter anderem mit Horrorszenarien von landesweiten Stromausfällen gedroht.
Der Negativ-Preis wird seit 2005 unter anderem von Lobby Control, Attac, dem Climate Action Network Europe und Oxfam vergeben. Damit wollen die Organisationen Lobbyaktivitäten öffentlich machen, die ihrer Meinung nach den Interessen des Gemeinwohls zuwiderlaufen.
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