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Charlotte Noblet
06.12.2010

Duell in roten Mänteln

Am Sonntag Abend stritten zwei Männer mit roten Mänteln an einer S-Bahn Station. Eine Zeitzeugin konnte das Gespräch heimlich aufnehmen. ND berichtet exklusiv über das unerwartete Duell.
05.12.2010 19:43 – am Bahnsteig

Mann Nr.1: Wat, selbst der oberste Heilige der Vorweihnachtszeit geht am Verkaufsoffenen Adventssonntag shoppen! So wird also der Sonntag geheiligt… was für eine seelische Erhebung, Kollege!

Mann Nr. 2: Die heutige Konsumsünde gehört zur Ausübung meines Auftrages. Morgen darf ich zu Kindern und Erwachsenen kommen und Freude bereiten, Morgen ist Nikolaustag, Tag der Bescherung.

Mann Nr. 1: Erzähl mir doch keine Märchen, seit Jahren erfolgt der Hauptbescherungstag nicht mehr am 6.! Selbst die Fünfjährigen wissen das und beten schon seit Wochen, damit ich ihnen ihr Lieblingsprodukt unter den Tannenbaum lege!

Mann Nr. 2: Stimmt, nur ein paar Länder sind ihrer Tradition treu geblieben. So viel Kraft hat die Werbeindustrie, lieber Brüder. Wie diese Weihnachtsmann-Puppen, die an Hausfassaden hochklettern: Sie suggerieren einen Einbrecher, bekommen aber die ganze Aufmerksamkeit. Wer ordentlich klingelt und klopft, wird heutzutage nicht mehr bejubelt.

Mann Nr. 1: Ja ja, ich höre schon das große Gejammer: Ich sei nur ein Werbegag von Coca und Co und habe den guten heiligen Nikolaus verdrängt, ich komme aus Amerika und habe Deine Arbeit geklaut! Ok, ich war nicht immer rot. Dafür bin ich heute ein „Global Player“ und kann mit Rudolph und den Anderen in einer Nacht die ganze Welt bescheren!

Mann Nr. 2: Mit einer Ruten-Bestrafung für die bösen Kinder, Gutscheinen für die Hilfsbedürftigen und Umtauschrecht für die Konsum-Fanatiker.

Mann Nr. 1: Ein Besserwisser noch dazu! Von wegen Bischof von Myra, in Ost- und Westeuropa verehrt und deswegen integrative Kraft für Europa: Hast Du schon mal von den „weihnachtsmannfreien Zonen“ gehört?

Mann Nr. 2: Selbst die Existenzberechtigung einer Märchenfigur würde ich nicht in Frage stellen. Wir leben aber im Zeitalter der Extremisten. Ich würde auch ungern mit meiner roten Dienstuniform dorthin gehen müssen.

(Stillschweigen)

Mann Nr. 2: Apropos Uniform: Beim Einkaufen habe ich bemerkt, dass es immer mehr von diesen Schokofiguren in Stanniolpapier mit meinem Kopf gibt. Wie soll ich das denn verstehen?

Mann Nr. 1: Reiner Kommerz und Kitsch sagen die Einen, kleine Aufmerksamkeit, um das Leben zu versüßen, sagen die Anderen. Du hast auch Fans, die eine angemalte Mitra, die Bibel oder den Bischofsstab aus Papier auf Weihnachtsmann-Schokofiguren festkleben und mich somit zum echten Bischof befördern, Kollege! Also, nichts Neues, hier auf Erden: Das Erscheinungsbild ist egal, es geht um den Inhalt.

Mann Nr. 2: So ist also unser Schicksal als Brauchtumfiguren…

Mann Nr. 1: Ach, die S-Bahn kommt und entführt uns endlich aus unserem Schicksal! Kommen Sie, kommen Sie, Oh großer Heiliger Nikolaus. Morgen ist Nikolaustag, Morgen ist Dein Fest, vergiss mich aber bitte nicht!

20:13 – Eingestiegen. Gleich kommt der neue Tatort-Fall.

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