Marion Pietrzok 08.12.2010 / Kultur

Oh, Mutter

John Lennons Song »Nowhere Man« gab den Filmtitel vor. Das weckt sogleich Erwartungen beim John-Lennon- und Beat-les-Fan. Aber er sollte sie klein halten: Nicht »St. John«, die Legende, steht im Mittelpunkt des (ersten) Spielfilms der Regisseurin Sam Taylor-Wood, die als bildende Künstlerin Weltgeltung erlangte. Sondern die Geschichte eben eines »Boys«, eines künstlerisch begabten Jungen, der in komplizierten familiären Verhältnissen aufwächst und in der Musik ein Gegengewicht, ein Lebensregulativ findet. Wenn man den Film so versteht, mit diesem Anspruch anschaut, funktioniert er. Neben einem Sittenbild des Liverpool der späten 50er Jahre ist er im Wesentlichen eine psychologisch tiefgehend gezeichnete Dreiecksgeschichte: zwischen dem 15- bis 19-Jährigen und seiner Ersatzmutter, die eigentlich seine Tante ist, zwischen ihm und seiner leiblichen Mutter, die ihn, weil sie an einer (nicht erkannten) seelischen Krankheit leidet, der älteren Schwester überlassen musste, und zwischen den beiden Frauen.

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