Die Pläne zur Erhöhung des Renteneintrittsalters gehen um in Europa. Nach einzelnen Staaten wie Frankreich, Deutschland, Spanien hat die EU-Kommission mit der Vorlage des »Grünbuchs Rente« die Diskussion über die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf die gesamteuropäische Ebene gehoben. Dazu kommt, dass einschneidende »Sparpakete« in den von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders gebeutelten Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland für zornige Proteste derer sorgen, die den Niedergang nicht zu verantworten haben.
An der Spitze der Protestbewegung standen 2010 die französischen Gewerkschaften, die sich mit gewaltigen Streiks und Aktionstagen gegen die Pläne des Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Wehr setzten. Ungeachtet dessen zog Sarkozy seine Rentenreform durch. Dabei haben Analysen von Wissenschaftlern gezeigt, dass die Anhebung des Rentenalters die Altersbezüge der Lohnabhängigen nicht »sicherer« macht, solange die strukturellen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht gelöst werden, so dass ältere Menschen nur wenig Beschäftigungschancen haben.
Am 15. Dezember sollen laut dem Europäischen Gewerkschaftsbund in möglichst vielen Orten Aktionen stattfinden, um den Regierenden eine Politik für mehr Beschäftigung abzutrotzen. ND
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Auf die Straße für den Sozialstaat Spaniens Gewerkschaften gegen Sparkurs
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