Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Von Anouk Meyer 22.12.2010 / Berlin / Brandenburg

Magische Bücherwelt

Labyrinth Kindermuseum eröffnete Cornelia Funke-Ausstellung

Einen Drachen reiten, zaubern können oder Pirat sein: Welches Kind träumt nicht manchmal davon, die magische Welt seines Lieblingsbuches betreten zu können? Das Labyrinth Kindermuseum macht das zumindest teilweise möglich: Die am Wochenende eröffnete neue Langzeit-Ausstellung »Frische Tinte – Reckless und was davor geschah« versetzt die jungen Besucher in das bunte Fantasy-Universum der gefeierten Autorin Cornelia Funke (»Tintenherz«).

An zahlreichen Spielstationen auf 1000 Quadratmetern können Kinder zwischen 4 und 11 Jahren den Kosmos der Funke-Figuren erkunden, die Geschichten nachspielen oder eigene erfinden und aufschreiben. Die Kids können nach Herzenslust toben, klettern und durch Tunnel krabbeln, über ein Seil laufen und ein riesiges (Holz-)Kamel reiten. Zudem gibt es zahlreiche Spiele, Rätsel und Schreib- und Zeichenaufgaben sowie kuschelige Leseecken mit Bergen von Kissen.

Im Mittelpunkt der Erlebnisausstellung steht Cornelia Funkes neuer Roman »Reckless« um ein Brüderpaar, das aus dem heutigen New York in eine gefährliche Parallelwelt voll düsterer Motive aus Grimms Märchen gelangt und dort um sein Leben kämpfen muss. Betreten kann man den von außen nicht einsehbaren »Reckless«- Bereich durch einen Schlitz in einer dicken Kunststoffwand. Innen kann man zum Beispiel das Zwergenalphabet erlernen, das Hexenhaus mit Gläsern voller Schlangenköpfen und riesigen Bottichen erkunden oder in die Bar »Zum Menschenfresser« einkehren, wo kleine Holzgehwehre und Wildschweinschädel an der Wand hängen.

Nicht ganz so gruselig ist der obere Bereich, für dessen Stationen vier Bilderbücher und drei Romane der deutschen Erfolgsautorin Pate standen: ein Sternenzelt, Berge von Kissen, zwei »fliegende Teppiche« und andere Requisiten wie aus 1001 Nacht entführen in die Welt von »Emma und der blaue Dschinn«, während im »Drachenreiter«-Bereich gegenüber der Saum des Himmels gefunden werden muss.

Glücklich und selbstvergessen erkundeten die Kinder, die bei der Eröffnung dabei sein durften, die fantasievoll gestalteten Bereiche mit den wunderbaren Zeichnungen, gestaltet von Hamburger Illustrations-Studenten. Schön: Überall hängen an Kleiderständern Kostüme bereit, auf die sich die jungen Besucher begeistert stürzen – und so entern Piraten mit Schlapphut und Pistole Käpten Knitterbarts Schiff, während kleine Prinzessinnen mit hauchdünnen Glitzerschleiern ein Raumschiff lenken oder an einer der Hörstationen Funkes Geschichten lauschen.

Die ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammende, heute in den USA lebende Erfolgsautorin verpasste leider die Eröffnung ihrer allerersten Ausstellung, da der Flieger aus London wegen des Schneechaos gar nicht erst abhob. Doch ihr kluges Motto »Man muss den Kindern das Lesen als Schokolade verkaufen, nicht als Medizin« hat jedem Zentimeter der Schau seinen Stempel aufgedrückt.

Entwickelt hat die vom Hauptstadtkulturfonds geförderte Ausstellung Museumsleiterin Roswitha von der Goltz zusammen mit der Künstlerin und Kunstpädagogin Ursula Pischel, doch hielt man die ganzen zwei Jahre über den Kontakt zu Cornelia Funke.

Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Kinder- und Jugendbuchautorin arbeitete als Illustratorin und Erzieherin, bevor sie im Jahr 2002 mit »Herr der Diebe« ihren internationalen Durchbruch feierte. Etliche ihrer Werke wurden verfilmt und sind als Bilder- und Hörbücher zu erhalten, zum Anfassen und Erleben gibt es ihre Literatur jedoch erst jetzt im Labyrinth-Kindermuseum. Geeignet ist die zweisprachige Ausstellung – deutsch und englisch – auch für Kinder, die Funkes Bücher (noch) nicht kennen.

Bis 6. Mai 2012, für Familien Fr./ Sa. 13-18, So. 11-18 Uhr, während der Schulferien Mo.-Fr. 9-18, Sa. 13-18 und So. 11-18 Uhr; Labyrinth, Osloer Str. 12, Wedding, Infos unter Tel.: 030 / 800 93 11-50

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
26.05.2012 | Marcus Meier

Sind Frauen die besseren Politiker?

24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

Änderungen in der nd-Community

Alle Blogs

Facebook
Twitter
Sie sind gefragt

Velothon 2012

nd stellt eine Mannschaft zusammen
Kristina Schröder Bildungsabo

Um Mithilfe wird gebeten

Bundesministerin Kristina Schröder warnt vor dem linksextremen »nd«. Lesen Sie selbst!
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.