Kabul (AFP/ND). Das »Wall Street Journal« veröffentlichte am Montag vertrauliche Karten der UN-Mission in Afghanistan, wonach die Risikoeinschätzung Ende Oktober vor allem für den Norden und den Nordosten schlechter ausfällt als zu Beginn der jährlichen Kampfsaison Anfang März. Dabei wurde für mehrere Bezirke auch im Bundeswehrgebiet die Gefahreneinstufung von »niedrig« oder »mittel« auf »hoch« heraufgesetzt.
Der Kommunikationsdirektor der UN-Mission, Kieran Dwyer, bestätigte auf AFP-Anfrage, dass sich die Situation in einigen zuvor sicheren Gebieten verschlechtert habe. »Es gibt Teile des Landes, in denen es 2010 wegen der unsicheren Lage zunehmend schwierig geworden ist zu operieren«, sagte Dwyer. »Im Zuge der Verschärfung des Konflikts in gewissen Teilen des Landes sehen wir Aufständische in Bezirken auftauchen, die zuvor kein Ziel waren.«
In 16 Bezirken in den Provinzen Badghis, Sar-i-Pul, Balch, Parwan, Baghlan, Samangan, Fariab, Laghman und Tachar verschlechterte sich die Lage. In Sar-i-Pul, Balch, Baghlan, Samangan und Tachar hat die Bundeswehr die Oberhoheit. In einem Bezirk der ebenfalls zum unter deutscher Führung stehenden Regionalkommando Nord gehörenden Provinz Kundus verbesserte sich die Situation. Dies war auch in der westafghanischen Provinz Herat der Fall, während die Gefährdungseinschätzung im Süden und in den an Pakistan grenzenden Provinzen gleich blieb.
Trotz der veränderten Lage wurde das Risiko im Norden weiter als überwiegend niedrig eingeschätzt. Die Karten, die der UN-Mission zur Bewertung des Risikos bei Reisen und der Planung von Projekten dienen, basieren auf Daten zur Aktivität der Aufständischen, den Operationen der ISAF-Truppen, der politischen Stabilität und der Akzeptanz der Regierung.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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