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Von Ingolf Bossenz 05.01.2011 / Kommentar
kommentiert

Wie Vieh

Dass Dioxin »einfach nicht in die Nahrung« gehört, ist eine ebenso drollige wie hilflose Bemerkung des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministers Johannes Remmel. Doch er sieht »keine akute Gefährdung« des Verbrauchers. Denn der »Verbraucher« (terminologisch noch immer nicht durch einen stylishen Begriff aus dem Englischen ins 21. Jahrhundert befördert) ist ein sensibles Wesen, das nicht verschreckt werden darf. Was die bislang bekannt gewordenen Fakten durchaus bewirken können. Soll doch ein Futtermittelhersteller jahrelang technische Fette aus der Biodieselherstellung zu Tiernahrung verarbeitet haben, die dann im Inneren von Hühnern, Puten und Schweinen in der deutschen Tier-»Produktion« landete, deren »Produkte« wiederum vom Verbraucher, nun ja, verbraucht wurden. Fressen und gefressen werden – also ganz im Sinne des Grundprinzips von Ökonomie und Biologie.

Allerdings gibt es da wie bei ähnlichen Lebensmitteldebakeln ein ethisches Problem, das indes geflissentlich übersehen wird: Die Tiere, denen das verseuchte Futter verabreicht wurde, werden wie Müll entsorgt. Zunächst betraf das 8000 Legehennen, die in Nordrhein-Westfalen getötet wurden. Sicher, eine Alternative lässt die herrschende Schlachthauskultur in dieser Lage gar nicht zu. Und die Frage, die bei Rinderwahn, Schweinepest, Vogelgrippe etc. nicht gestellt wurde oder wird, interessiert auch jetzt nicht: Darf man Tiere eigentlich behandeln – wie Vieh?

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • fuerTiere, 06. Jan 2011 06:46

    Größer - schneller - billiger:

    Unter diesem Motto der Agrarindustrie leiden heute rund 150 Mill. Nutztiere in deutschen Ställen. Ob Schwein, Rind, oder Legehenne, ob Pute, Kaninchen oder Ente - sie werden verstümmelt, in enge Ställe oder Käfige gepfercht und mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte.

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