Ina Beyer
22.01.2011
Personalie

Suchkönig

Larry Page kehrt im April an die Spitze des Internetkonzerns Google zurück

Schon einmal stand Larry Page an der Google-Spitze. Zusammen mit seinem Studienkollegen Sergey Brin entwickelte der heute 37-Jährige Ende der 1990er Jahre an der Stanford Universität den Prototyp der Internet-Suchmaschine. Weil beide zwar geniale Entwickler, in geschäftlichen Dingen aber Neulinge waren, holten sie sich 2001 den erfahrenen IT-Manager Eric Schmidt ins Haus, der das Start Up Google 2004 erfolgreich an die Börse brachte. Inzwischen ist Google ein Millardenkonzern mit weltweit fast 25 000 Beschäftigten. Doch Größe und Vielzahl der Projekten haben den Laden auch etwas unübersichtlich gemacht. Zuletzt war nicht mehr ganz klar, wer an der Führungsspitze wofür verantwortlich ist.

Genau das ist für Google im knallharten Wettbewerb mit Facebook, Apple und Microsoft ein Problem. In der sich rasend schnell entwickelnden Hightech-Branche sind Wendigkeit und entschiedenes Handeln gefragt. Ab April soll Page dieses Handeln verkörpern. Zu vermuten ist, dass Google mit der Entscheidung auch ein bisschen auf das »Prinzip Lichtgestalt« setzt, das die Konkurrenz umweht – auf der einen Seite etwa Facebookgründer und Superhirn Mark Zuckerberg, gerade 26 Jahre jung; auf der anderen Apples smarter Charismatiker Steve Jobs, auch wenn der gesundheitsbedingt gerade eine Auszeit nimmt.

Page ist der perfekte Computerfreak. Er ist glaubhaft, weil er authentisch ist. In den letzten zehn Jahren hatte er zudem genug Zeit, sich auf die Führungsrolle vorzubereiten, die Google-Kenner – anders als in Sergey Brin – in ihm schon immer gesehen zu haben meinen. Noch-Chef Schmidt ist sich sicher, dass Page »einen phantastischen Job machen wird«.

Privat weiß man wenig über den »King of Search« – den Such-König. Page ist mit der Biologin Lucy Southworth verheiratet und hat mit ihr einen Sohn. Er investiert in Windkraft und Elektrofahrzeuge, soll rund 1,75 Milliarden US-Dollar reich sein und gilt als medienscheu. Auch dafür gibt es eine Lösung: Eric Schmidt wird Google künftig nach außen als Botschafter vertreten. Und Brin, der mit Pages Wechsel an die Spitze nun in die zweite Reihe tritt, macht weiter das, was er am besten kann: an neuen Entwicklungen tüfteln.

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