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Von Markus Bernhardt
28.01.2011

Nazis drücken auf die Tränendrüse

Antifaschisten wollen geplanten Aufmarsch in Wuppertal verhindern

Rechtsextreme wollen am Sonnabend gegen »Autonomes Zentrum« in Wuppertal aufmarschieren. Antifaschisten rufen zu breitem Widerstand auf.

Zunehmend kommt es in Wuppertal zu Aktivitäten neofaschistischer »Autonomer Nationalisten«. Für kommenden Sonnabend haben die militanten Rechtsextremen erstmals seit 42 Jahren einen Aufmarsch in der Stadt angekündigt. Ins Visier der Rechten ist dabei das »Autonome Zentrum« geraten, welches der linken Szene seit jeher als Treffpunkt und Kulturprojekt dient.

Bereits seit Tagen mobilisieren die Neonazis mittels kleinerer Aktionen zu ihrer Demonstration, die unter dem Motto »Gegen Antifaschismus und linke Gewalt! – Weg mit dem Autonomen Zentrum!« steht und von dem bundesweit bekannten Kölner Nazikader Axel Reitz angemeldet wurde.

Inszenierung als Opfer

Ausgerechnet die Neonazis, die in Teilen Nordrhein-Westfalen seit geraumer Zeit Angst und Schrecken bei Nazigegnern und Migranten verbreiten, versuchen sich im Vorfeld ihrer Demonstration als Opfer linker Gewalttäter zu inszenieren. So fabulieren sie in einem Internetvideo von gegen sie gerichtetem »antifaschistischen Terror« und fordern die »Zerschlagung von antifaschistischen Gruppen« sowie die Aufklärung über Hintermänner und Geldgeber der Nazigegner. Zudem konstatieren sie, dass es »für Nationalisten kaum noch möglich« sei, »legales Informationsmaterial zu verbreiten, ohne sich gewalttätigen Übergriffen des linken Mobs ausgesetzt zu sehen«. Den Rechtsextremen um Axel Reitz und den sogenannten »Nationalen Sozialisten Wuppertal« dürfte indes am Sonnabend massiver Widerstand entgegensetzt werden. So rufen verschiedene antifaschistische Bündnisses dazu auf, sich den Nazis in den Weg zu stellen und ihre Provokation zu verhindern.

Ab 10.30 Uhr findet vor den »City-Arcaden« Wuppertals eine große Bündniskundgebung statt, zu der verschiedene linke Organisationen und Parteien sowie Gewerkschaftsstrukturen aufrufen. Ab 11 Uhr soll unter dem Motto »Kein Ausstieg in Wuppertal – Den Nazis zuvorkommen!« der örtliche Bahnhof inspiziert werden. Dort wollen die Rechtsextremen ab 12 Uhr mit ihrem Aufmarsch starten, wie sie auf einschlägigen Internetseiten bekannt geben.

Der Fall Aachen

Autonome Antifaschisten rufen anreisende Nazigegner dazu auf, die Züge zu nutzen, die um kurz vor 12 Uhr in Wuppertal ankommen. »Ich hoffe, dass es den militanten Neonazis aufgrund der mannigfaltigen Proteste nicht gelingt, ihre ekelerregende Hetze auf die Straße zu tragen«, erklärte Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der nordrhein-westfälischen Linksfraktion, am Dienstag gegenüber Neues Deutschland. Es müsse in jedem Fall verhindert werden, dass es in Nordrhein-Westfalen in weiteren Orten dazu kommt, dass Nazis dort nahezu ungestört von Polizei und Justiz agieren könnten. Es gehe daher darum, den Rechten Widerstand entgegenzusetzen, bevor sich deren Szene wie in Aachen und Dortmund festgesetzt habe, betonte Conrads.

Informationen im Internet unter: bahnhofsverstopfung.blogsport.de sowie www.wuppertal-gegen-rechts.de

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