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Oliver Händler
03.02.2011
Personalien

Motiviert

Ian Thorpe - der australische Schwimmstar wagt ein olympisches Comeback

Der »Thorpedo« ist zurück. Australiens Wunderschwimmer Ian Thorpe will nach fast fünf Jahren Pause noch einmal ins Becken springen. 2006 hatte er von Motivationsproblemen gebeutelt seinen Rücktritt erklärt. Olympia 2012 in London scheint nun Motivation genug, um sich wieder im Training zu quälen. Er will noch eine Goldmedaille, auch wenn der 28-Jährige davon schon fünf hat.

Auch Geld könnte beim Comeback eine Rolle spielen. War Thorpe in seinen besten Zeiten zwischen den Spielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen noch der am besten verdienende Sportler Australiens, litten seine Geldanlagen später unter der weltweiten Finanzkrise. Nebenverdienste genoss er nach der Sportkarriere als Fernsehkommentator und Designer einer eigenen Schmuck- und Unterhosenkollektion bei Armani. Letztere ließ Gerüchte sprießen, er sei homosexuell. Thorpe weigerte sich lange, dies zu kommentieren: »Niemand sollte sich outen müssen. Von Heteros verlangt man das ja auch nicht.« Irgendwann tat er es doch. »Ich bin nicht schwul«, antwortete er einer Reporterin. Bei der Veröffentlichung des Artikels durften die Leser darüber abstimmen, ob sie das glauben.

Trotz aller Popularität blieb der Mann aus Sydney so eher medienscheu. Er schlachtete die Geschichte nicht aus, dass er die Anschläge auf das World Trade Center in New York nur überlebte, weil er seine Kamera vergessen hatte, mit der er Bilder vom Dach schießen wollte, und daher am Morgen des 11. September 2001 wieder ins Hotel zurückkehrte. Er redet nur mit der Presse, wenn er muss. Etwa, als er die Vorwürfe bestritt, seine enorm großen Hände und Füße – er hat Schuhgröße 52 – seien Beleg für Doping mit Wachstumshormonen. Die französische »L'Equipe« berichtete 2007 sogar, es gebe positive Tests, doch der Weltverband sprach den Australier frei.

»Mein Name wird trotzdem für immer befleckt sein«, hatte Thorpe damals gesagt. Vielleicht will er nun dafür sorgen, dass man wieder über sportliche Erfolge spricht. Vielleicht will er aber auch Rekordolympiasieger Michael Phelps (USA) und Weltrekordler Paul Biedermann (Halle/Saale) zeigen, dass immer noch niemand schneller durchs Wasser schießt als der »Thorpedo«.

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