Ines Wallrodt 09.02.2011 / Inland

Die Ruhe der Wutbürger

Beim grotesken Schauspiel um Hartz IV haben die Betroffenen keine Rolle abgekriegt und nehmen das hin

Schwesig gegen von der Leyen. Nächtliche Marathonsitzungen, wortstarkes Rumgeholze, immer wieder steht »der entscheidende Durchbruch« angeblich kurz bevor. Zwei Frauen im Kampf für Millionen Menschen, die auf Verbesserungen warten. Jetzt hat sich auch noch die Chefin eingeschaltet. Fünf oder zehn Euro mehr? Wer setzt sich durch? Regierung oder Opposition? Die TV-Show heißt Hartz-IV-Reform, die Inszenierung ist an Absurdität kaum zu überbieten. Im Grunde sind sich alle einig, dass sie am Arbeitslosengeld II nichts ändern wollen. Wer, wie die LINKE, über die Regelsätze wirklich reden will, bekommt allenfalls Gastauftritte. Die Menschen, um deren Leben es geht, haben gleich gar keine Rolle abgekriegt. Und nehmen das hin. Es bleibt ruhig im Land der Wutbürger. Keine Großdemo, keine spektakuläre Aktion gegen Hartz IV, die wenigstens einmal das Drehbuch stören würde.

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