Nun haben die Friedensbewegten eine Kampagne mit dem Titel »Schulfrei für die Bundeswehr« gestartet. Schon kurz nach der Unterzeichnung hatten rheinland-pfälzische Friedensgruppen hunderte Unterschriften für die Aufkündigung der Kooperation gesammelt. Doch nichts geschah. Mit der Kampagne wollen sie nun vor der Landtagswahl am 27. März versuchen, Einfluss auf Wähler und Politiker zu nehmen.
»Wir wollen über den zunehmenden Werbefeldzug der Bundeswehr aufklären und Schüler, Eltern und Lehrer dazu ermutigen, sich für eine Schule ohne Bundeswehr einzusetzen«, erläutert Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier. Die an der Kampagne beteiligten sechzehn Friedensinitiativen, kirchlichen und politischen Organisationen sowie Lehrer- und Schülervertretungen wollen mit Straßenständen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und einer Multimedia-Ausstellung über die Kooperation von Schulen und der Bundeswehr aufklären. Sie werfen der Bundeswehr vor, in den Schulen einseitig zu informieren und so Nachwuchs zu rekrutieren. »Schülerinnen und Schüler werden meist nicht gefragt, bevor die Bundeswehr kommt, und bei den Bundeswehrveranstaltungen herrscht Anwesenheitspflicht«, erklärt Patrick Simon von der LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz. Das sei nicht akzeptabel.
Grüne und Linke haben sich gegen die Kooperationsvereinbarung ausgesprochen. Die in Rheinland-Pfalz allein regierende SPD, die die Kooperationsvereinbarung geschlossen hat, äußerte sich bisher nicht zur Kritik an der Militarisierung der Schulen.
In acht der sechzehn deutschen Bundesländer gibt es mittlerweile Kooperationsvereinbarungen zwischen der Bundeswehr und dem jeweiligen Schulministerium. Der Widerstand dagegen nimmt zu. Auch in anderen Bundesländern wie etwa Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg laufen Kampagnen von Friedensgruppen.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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