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14.02.2011

»Nach Mubarak ist Saleh dran«

Regierungsanhänger erzwingen Auflösung von Protesten in Jemen

Sanaa (AFP/ND). Nach dem Sturz von Ägyptens Staatschef Husni Mubarak haben in Jemen am Sonnabend tausende Menschen gegen den dortigen Präsidenten Ali Abdallah Saleh demonstriert. Bewaffnete Anhänger des Präsidenten besetzten jedoch den zentralen Tahrir-Platz in der Hauptstadt Sanaa und zwangen Regierungsgegner zur Auflösung ihres Protestmarschs. Bei neuerlichen Protesten am Sonntag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

»Nach Mubarak ist Ali dran«, riefen am Sonnabend rund 4000 meist junge Demonstranten, als sie von der Universität zum Tahrir-Platz zogen. Der Platz im Zentrum der Hauptstadt, der als Ort des Protests eine ähnliche Bedeutung wie der gleichnamige Platz in Kairo hat, war jedoch seit Freitag von rund 10 000 Anhängern Salehs besetzt. Die mit Knüppeln und Messern bewaffneten Männer, die vielfach Stämmen aus der Region Sanaas angehören, hinderten die Demonstranten am Betreten des Platzes und zwangen sie zur Auflösung ihres Protestmarschs.

Die Regierungsanhänger hatten am Freitag auf dem Platz Zelte aufgeschlagen, um weitere Proteste der Opposition zu verhindern. Diese hatte sich dort zuvor zu einer spontanen Freudenfeier zum Sturz Mubaraks versammelt. Der seit 32 Jahren regierende Präsident Saleh hatte infolge zunehmender Proteste Anfang Februar den Verzicht auf eine weitere Kandidatur 2013 und eine Verschiebung der für Ende April angesetzten Wahlen angekündigt. Die Wahlen werden von der Opposition abgelehnt, solange nicht Reformen verwirklicht wurden.

Am Sonntag riefen Studenten erneut zu einer Demonstration auf, doch ging die Polizei gewaltsam gegen den Protestmarsch vor, als der Zug von der Universität in Richtung des Platzes El Sabine nahe des Präsidentenpalastes aufbrach. Nach Augenzeugenberichten setzte die Polizei Schlagstöcke gegen die rund 2000 Protestteilnehmer ein, dabei wurde eine Frau verletzt, zehn Menschen wurden festgenommen.

Auch in Taes im Süden des Landes löste die Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken eine Protestversammlung auf dem Hauptplatz der Stadt auf. Augenzeugen zufolge wurden dort 120 Teilnehmer festgenommen.

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