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Von Stefan Otto
19.02.2011

Bürgerwerkstatt implodiert

Der Kompromiss um die Parkrandbebauung am Mauerpark steht auf der Kippe

Niemandsland am Mauerpark
Niemandsland am Mauerpark

Die Bürgerwerkstatt verließ die Jurysitzung unter Protest. »Keiner der Bauvorschläge entspricht auch nur ansatzweise unseren Kriterien«, meint Rainer Krüger, einer der vier Delegierten in der Jury, die den Wettbewerb zur Parkrandbebauung auswertete. Der Bezirk Mitte sowie die Immobilienfirma Vivico nahmen am vergangenen Freitag darauf keine Rücksicht. Sie fuhren mit der Tagesordnung fort. Wer unter den acht Architekturbüros das Rennen machte, hält die Vivico noch unter Verschluss. »Es gibt zwei zweite Plätze und einen dritten«, ließ Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) durchsickern. Erst am Montag sollen die Entwürfe veröffentlicht werden, die dem Bezirksamt Mitte als Blaupause für einen Bebauungsplan dienen sollen.

Damit werden Fakten geschaffen – auch wenn auf dem Weg dorthin die eigens für die Parkerweiterung geschaffene Bürgerwerkstatt auf der Strecke blieb. Baustadtrat Gothe hatte im Sommer vergangenen Jahres mit Blick auf die Proteste in Stuttgart dieses Gremium angeregt. Rainer Krüger nahm als Vorsitzende des Bürgervereins Gleimviertel an der Bürgerwerkstatt teil. Ihn lockte die Aussicht, den Mauerpark um fast sechs Hektar zu vergrößern. Die Bürgerwerkstatt stellte allerdings Kriterien für eine parkverträgliche Randbebauung auf. Sie trat dafür ein, dass ein neues Wohnquartier nördlich des Gleimtunnels nicht zu nah an den Kinderbauernhof Moritzhof heranragen sollte. Im Süden an der Bernauer Straße plädierte sie für eine kleinteilige Markthallengestaltung. Doch ihr Versuch des Einwirkens sei aussichtslos gewesen, resümiert Rainer Krüger. Alle Entwürfe sähen eine »zu massive, zu dichte und zu hohe Bebauung« vor.

Der seit Jahren andauernde Konflikt um die Mauerparkerweiterung lodert nun erneut auf. Eine Bebauung des Parkrandes, wie sie sich die Vivico als Eigentümerin des Areals vorstellt, findet keine Akzeptanz in der Bevölkerung. In der frühzeitigen Bürgerbeteiligung gab es 2641 Einwände gegen die Bebauung – so viele Protestnoten wie noch nie bei einem Bauvorhaben in Mitte. Noch bevor Baustadtrat Gothe die Auswertung der Einwände der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorstellte, verwarf das Bezirksamt die vielfache Skepsis der Bürger. Die Auswertung hätte zu keiner relevanten Änderung der Planung geführt, hieß es in einem Beschluss, den Ephraim Gothe nun, angesichts der sich zuspitzenden Situation, wieder zurücknahm. Frank Bertermann, Fraktionssprecher der Grünen in der BVV, findet dieses Verhalten unverständlich. Der Baustadtrat habe vieles dafür getan, das Vertrauen der Bürger zu verlieren.

Dabei liebt auch Ephraim Gothe das Treiben im Mauerpark und möchte es bewahren. Dennoch sieht er sich in der Pflicht, die Interessen der Vivico als Eigentümerin des Areals zu berücksichtigen. Einen Kompromiss hält er für alternativlos. Für die Immobilienfirma ist die Parkerweiterung jedoch die Kröte, die sie schlucken muss, um an Bauland zu kommen. Das möchte sie möglichst lukrativ verwerten. Nach jeder Verhandlungsrunde mit der Vivico wartete der Stadtrat mit einem neuen Vorschlag auf, der ein wenig mehr Parkfläche und etwas weniger Bauland vorsah. Nach über zwei Jahren hatte er eine Aufteilung gefunden, für die er in der BVV eine Mehrheit fand.

Doch auch dieser mühsam ausgehandelte Kompromiss – vier Hektar Bauland gegen knapp sechs Hektar Parkerweiterung – scheint dem Baustadtrat nun in den Händen zu zerbröseln. Kann sich die BVV nicht darüber einigen, wie gebaut werden soll, dann bekommt die Vivico kein Baurecht. Damit wäre auch der Wettbewerb hinfällig. »Die Fläche für die Parkerweiterung würde ein Niemandsland bleiben«, befürchtet Rainer Krüger.

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