Kopenhagen (ND-Knudsen). Die Tarifverhandlungen für 2011 und 2012 haben den öffentlich Beschäftigten in Bund und Kommunen magere Ergebnisse gebracht, die nicht einmal die Preissteigerungen ausgleichen. Für 2011 mussten die Gewerkschaften für beide Gruppen eine Nullrunde akzeptieren, während die Angestellten von Ministerien, Polizei und Militär 1,7 Prozent Steigung für 2012 zugestanden bekamen. Die Kommunalbeschäftigten wie Lehrer, Gesundheitspersonal und Pädagogen bekommen dann 2,65 Prozent mehr, was darauf schließen lässt, dass die Unterhändler der Staatsangestellten das Handtuch zu früh warfen.
Der liberale Finanzminister Claus Hjort Frederiksen hatte vor Verhandlungsbeginn erklärt, dass eigentlich Kürzungen diskutiert werden müssten. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass die öffentlichen Gehälter denen der Privatwirtschaft folgen sollen. Diese sind seit 2008, dem letzten Aufschwungjahr, unverändert geblieben. Wochenlange Streiks der Krankenschwestern und Pädagogen hatten jedoch seinerzeit Gehaltssteigerungen erzwungen.
Abgewehrt werden konnte jetzt der Wunsch des Finanzministers, die wöchentliche Arbeitszeit für Beamte heraufzusetzen. Und die Gewerkschaften konnten eine Summe von 200 Millionen Kronen (26 Millionen Euro) für lokale Qualifizierungsmaßnahmen bei Entlassungen herausschlagen. Insbesondere in den Kommunen stehen wegen der angespannten Haushaltslage Stellenstreichungen bevor. Eine Verlängerung der Kündigungsfristen, wie von den Gewerkschaften, wurden von den öffentlichen Arbeitgebern abgelehnt.
Die Gewerkschaftsmitglieder müssen das Ausgehandelte noch in einer Urabstimmung bestätigen. Beobachtern zufolge gilt eine Zustimmung insbesondere bei den Staatsangestellten als offen.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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