Von Wolfgang Weiß
22.02.2011

Bahnhof Köpenick auf Abstellgleis

Halt von Regionalzügen weiter ungewiss

Noch in Betrieb: Maroder Bahnsteig in Karlshorst
Noch in Betrieb: Maroder Bahnsteig in Karlshorst

In Sachen Regionalbahnhalt in Köpenick ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Kurz nachdem Treptow-Köpenicks Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) über das Aus für den geplanten Regionalbahnhof wegen Streichung der Mittel durch das Bundesverkehrsministerium informiert hatte, ist in die leidige Geschichte wieder etwas Bewegung gekommen.

Laut Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage des Abgeordneten Gregor Hoffmann (CDU) wollen das Verkehrsministerium und die ihm unterstellte Deutsche Bahn (DB) nun doch die Eisenbahnstrecke nach Frankfurt/Oder für eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ausbauen. Die Modernisierung der wichtigsten Bahnverbindung von Berlin in Richtung Osten wiederum gilt als Voraussetzung für den Bau eines Regionalbahnhofes Köpenick.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hatte auf die Streichungsvorhaben des Bundesverkehrsministeriums mit Unverständnis reagiert. Langjährige Rahmenbedingungen, so hieß es im Rathaus, seien einfach über den Haufen geworfen worden. Die Planungssicherheit sei nicht mehr gegeben. Von den willkürlichen Streichungen wäre auch die Errichtung eines neuen Geschäftshauses vor dem S-Bahnhof Köpenick (Elcknerplatz) betroffen, dessen Wirtschaftlichkeit eng an den neuen Regionalbahnhof gebunden ist.

Nach einem Gespräch zwischen Senat und dem Bahnkonzern wurde mitgeteilt, dass die Strecke Berlin Ostbahnhof-Frankfurt/Oder zwischen Köpenick und der Grenze zu Polen auf 160 km/h ausgebaut wird. Am Berliner Teil (Ostbahnhof-Köpenick) soll sich dagegen nichts ändern – hier bleibt es bei Tempo 120.

Weiter unklar ist, wie die Finanzierung des Regionalbahnhofes in Köpenick gestemmt werden soll. Das Bundesverkehrsministerium ist nach wie vor nicht bereit, die ursprünglich dafür vorgesehenen Mittel bereitzustellen. Man spekuliere darauf, so Stadtrat Hölmer, dass der Senat dafür einspringt. Denn der Bahnhof wird angesichts der Schließungspläne der DB AG für den Regionalbahnhof Karlshorst dringend benötigt. In der Antwort des Senats an den Abgeordneten Hoffmann heißt es dazu, der Senat »hält weiterhin an der Planung zur Errichtung eines Regionalbahnsteigs am Bahnhof Köpenick fest«. Es sei beabsichtigt, »in den Haushaltberatungen 2012/13 Mittel für den Bau eines Regionalbahnhofs Köpenick anzumelden«. Matthias Gille, Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), sieht jedoch den Bund weiter in der Pflicht.

Der marode Regionalbahnhof Karlshorst bleibe jedenfalls geöffnet, bis der geplante Regionalbahnsteig an der Strecke Ostbahnhof-Frankfurt/Oder in Betrieb geht, versichert die DB. Damit könnte allerdings auch der Regionalbahnsteig am neuen Bahnhof Ostkreuz gemeint sein, der 2016 fertig sein soll.