Von Christian Heinig
24.02.2011

Albatrosse auch im Eurocup raus

74:82 gegen Treviso

Manche Dinge erklären sich von selbst. So wie das Foto, das man bei Alba Berlin ausgewählt hat, um auf der Internetseite den nächsten Einsatz anzukündigen, jenen am Sonnabend in der Basketball-Bundesliga in Oldenburg. Taylor Rochestie ist darauf zu sehen – mit ihm verbindet man die Hoffnung auf bessere Zeiten. Im Eurocupspiel am Dienstagabend gegen Benetton Treviso, das die Berliner 74:82 verloren und damit vorzeitig aus dem Wettbewerb ausschieden, war Rochestie nicht spielberechtigt. Schnell abhaken und nach vorn schauen, das soll das Foto sagen. Ein Zukunftssymbol.

Mancher der 9222 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof wird sich wohl gefragt haben, wie es wohl gewesen wäre, wenn Rochestie, der vor einer Woche von Galatasaray Istanbul kam, hätte eingreifen können. Hätte Alba dann im Schlussabschnitt, als man nach einer beherzten Aufholjagd 67:65 in Front lag, den entscheidenden 11:0-Lauf von Treviso verhindern können? Dass Rochestie im Spielaufbau ein Impulsgeber sein kann, hat er bereits bei seinem Ligadebüt gegen Bayreuth bewiesen. Da verteilte er auf Anhieb sieben Korbvorlagen, mit ihm kam Ordnung aufs Parkett. Und Ordnung hat das Spiel der zuletzt wiederholt strauchelnden Berliner dringend nötig.

Der Eurocup ist bereits der zweite Wettbewerb, aus dem die Albatrosse sich nach dem Pokal-Aus in Quakenbrück vorzeitig verabschieden mussten. Heiko Schaffartzik konnte dem sogar etwas Gutes abgewinnen. »Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dass wir uns jetzt nur noch auf die Bundesliga konzentrieren können«, sagte der Berliner Spielmacher. »Die Bundesliga ist das Wichtigste.« Gegen Treviso war Schaffartzik mit 18 Punkten Albas bester Werfer. Aufmuntern konnte ihn das nicht. »Basketball ist ein Spiel, wo du über mehrere Spiele in einen Rhythmus kommen musst. Wir haben unseren noch nicht gefunden, anders als zum Beispiel Bamberg.«

Die Brose Baskets Bamberg sind Titelverteidiger und Tabellenführer, und sie spielen gefühlt in einer anderen Liga. Die Berliner haben in 23 Partien bereits acht Niederlagen kassiert. Vom zweiten Titel innerhalb von acht Jahren ist der einstige Seriensieger weit entfernt. Geschäftsführer Marco Baldi sagt: »Wir müssen wieder Sicherheit gewinnen, dazu brauchen wir jedes Spiel.« Am kommenden Dienstag sind die Berliner noch einmal im Eurocup im Einsatz, dann bei Panellinios Athen. Sportlich geht es um nichts mehr. Sinnlos sei die Partie aber nicht, betonte Sven Schultze. »Wenn wir da gut spielen, können wir uns Selbstvertrauen für die Liga holen.« Und etwas für die Rhythmusfindung tun.

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