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Sebastian Blottner
26.02.2011

PLATTENBAU

»Boombox« von den Beatsteaks

Es stand zu lesen, Marius Müller-Westernhagen hätte die Beatsteaks für eine richtig gute Rock 'n'Roll- Band befunden. Oh Gott, was haben die vom Punk beeinflussten Ost-Berliner denn getan, um ins Hirn von Westernhagen zu gelangen und dort positive Impulse auszulösen?

Nun, sie haben zum Beispiel gerade ihr sechstes Album »Boombox« veröffentlicht – inklusive auf Pop getrimmter Radiotauglichkeit, von Rock über Ska-Einlagen bis hin zu modischen Hymnenparts ein ziemlich zitatenfreudiger Mix in immer noch sehr deutsch klingendem Englisch. Nachdem es bei der Arbeit in einem angemieteten Studio nicht so gut gelaufen war, wurde die Platte unter Aufsicht des Produzenten Moses Schneider größtenteils live im Proberaum aufgenommen. Durchaus ein Pluspunkt für das ohnehin vielfach als besonders authentisch eingestufte Fünfergespann und auch der Grund für den Albumtitel: »Boombox« ist der interne Kosename ihres Gitarrenverstärkerlagers.

Ihren großen Durchbruch feierten die Beatsteaks 2004 mit dem Album »Smack Smash«. Was an rauem Straßensound und aggressivem Drive damals noch das Rocker-Image festigte, ist mittlerweile ein wenig rundgelutscht und einer experimentierfreudigen Horizonterweiterung gewichen. Mit »Fix it« leitet ein noch vergleichsweise kantiges Stück die Platte ein, an prominenter zweiter Stelle folgt aber sogleich die Singleauskopplung »Milk & Honey«. Irgendwie kommt sie einem bekannt vor, klingt nach The Killers oder: einfach nach Mainstream. Nach gut gemachtem immerhin. Mit »Let’s see« fahren die Beatsteaks eine herrliche Ska-Nummer ab, allerdings hat auch das beispielsweise Pete Doherty mit seinen Babyshambles schon ganz schön ähnlich gemacht. Trotzdem gut.

Wer, wie die Beatsteaks mit dieser Scheibe, auf Platz 1 der deutschen Albumcharts vorstoßen will, muss in Kauf nehmen, ein paar Puristen und Fans der ersten Stunde zu verprellen. Letztere müssen sich ihre paar Schmankerl sorgsam aus der Titelliste klauben. Andererseits hat sich die Band dafür, nicht ewig vor fünfzig Leuten in städtischen Jugendzentren auftreten zu müssen, ehrlich und ausdauernd »den Arsch abgespielt«, wie es der Musikerjargon auf den Punkt bringt. Ihren Massenerfolg verdienen sie wirklich mehr als manche Schnösel und Castingtruppen.

»Boombox« enthält keine bösen Überraschungen: Ein immer noch einfallsreiches sechstes Album, professionell, spielfreudig und mit der vollen Jugendlichkeit eingespielt, die Mittdreißiger und Anfangvierziger heute umstandslos zelebrieren können, ohne dass das komisch wirkt. Wohlfühldraufgängertum für jung und – Westernhagen.

Beatsteaks: Boombox (Warner Music)

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