Als alles vorbei war, verschwendete Bundestrainer Hermann Weinbuch keinen Gedanken an die Frage, ob seine jungen Kombinierer nun gerade Gold verspielt oder Silber gewonnen hatten. »Wenn mir einer vor zwei Wochen gesagt hätte, dass wir nach zwei Wettkämpfen zweimal Silber und eine Goldmedaille haben würden – den hätte ich für verrückt erklärt!«
0,4 Sekunden fehlten Tino Edelmann aus Zella-Mehlis im Schlussspurt der 4 x 5 km-Staffel auf den Österreicher Mario Stecher, weit abgeschlagen kam der norwegische Schlussläufer Magnus Moan ins Ziel. Dass die Silbermedaille die Fortsetzung einer Serie bedeutete – seit 24 Jahren laufen die deutschen Kombinierer dem Mannschaftsgold hinterher – Bundestrainer Hermann Weinbuch war das egal: »Wenn man mit Silber nicht zufrieden ist, wäre man fehl am Platz. Es war ein großer Kampf meiner Jungs, aber die Österreicher waren einen Tick besser«, sagte Weinbuch. Das spannende Teamrennen sei »Werbung für die Sportart« gewesen.
Bereits im Springen hatten die Deutschen fehlerlos agiert. Alle vier DSV-Starter waren unter den besten Zehn platziert. Vizeweltmeister Tino Edelmann (25 Jahre alt) mit 105,5 Metern als Vierter, Weltmeister Eric Frenzel (22) mit 106 Metern als Fünfter, Youngster Johannes Rydzek (19) war mit 103,5 Metern Neunter und Routinier Björn Kircheisen (27) Zehnter mit 103 Metern geworden.
In den Lauf startete das Quartett
13 Sekunden hinter den führenden Franzosen. Schon Startläufer Rydzek lief an die Spitze, Eric Frenzel hielt die alleinige Führung nur knapp, während hinten die Konkurrenz aus Österreich und Norwegen Anschluss suchte. Frenzel übergab an Kircheisen, der taktisch clever lief und den stärksten Läufer, den Österreicher Felix Gottwald herankommen ließ, dabei aber Norwegen auf Distanz hielt. Schlussläufer Tino Edelmann und Mario Stecher machten den Titel unter sich aus. Den Spurt begann der erfahrenere Stecher (Durchschnittsalter der ÖSV-Staffel: 32) in Führung liegend, geschickt machte er die Räume eng, so dass der sprintstarke Deutsche nicht recht an ihm vorbeikam: »Es war am Limit, aber nicht unfair«, urteilte Bundestrainer Weinbuch später.
Anders als bei den vergangenen Weltmeisterschaften gibt es in Oslo noch einen Teamwettbewerb auf der Großschanze samt 4 x 5 km-Staffel. Vielleicht hat ja die neue Generation DSV-Kombinierer dort schon die Nase vorn.
Kombination Team (Normalschanze)
Gold: Österreich 48:07,8 min4. USA + 0:54,8
5. Frankreich + 1:30,4
Frauen 10 km klassisch min
Gold: Björgen (Norwegen) 27:39,3Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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