02.03.2011

Senat beschließt Hochschulgesetz trotz Protesten

(ND). Der Senat hat am Dienstag den von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf »zur Modernisierung des Hochschulzugangs und zur Qualitätssicherung von Studium und Prüfung« beschlossen. Damit werde in Berlin »der aktuelle Stand der Bologna-Reform umgesetzt«, so Zöllner. Eine geplante Neuerung ist, dass die Hochschulen die Möglichkeit erhalten, den auf den Studierenden lastenden Notendruck und die Prüfungsdichte zu reduzieren. Auch sollen interne Evaluationen der Lehre unter Beteiligung der Studierenden stattfinden.

An den Berliner Universitäten hatte es trotz der angekündigten Verbesserungen scharfe Kritik an Zöllners Plänen gegeben: Studierende und Uni-Verwaltung monierten vor allem eine weitere Verschulung, die Abschaffung der Wahlfreiheit und die Befristung von Verträgen an den Hochschulen.

Im Gesetzentwurf ist die Einführung neuer Kategorien von Lehrkräften mit einem Aufgabenschwerpunkt in der Lehre und einer entsprechend höheren Lehrverpflichtung vorgesehen. Der Senat sieht hingegen die Stellung der Lehrbeauftragten verbessert: Künftig würden sie an allen Hochschulen Mitglied sein. Darüber hinaus können Lehraufträge nun auch für zwei Semester erteilt werden und nicht, wie bisher, nur für ein Semester, heißt es.

Ein zweiter Schwerpunkt des Gesetzentwurfes liegt auf der Öffnung der Hochschulen für Bewerber, die aus der Berufspraxis kommen. So erhalten Meister und vergleichbar qualifizierte Personen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Das Gesetz soll noch im Mai 2011 vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden.

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