Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
07.03.2011

Union verteidigt das Abendland

Bundesinnenminister Friedrich erhält für islamfeindliche Äußerungen Beifall aus CDU und CSU

Gehört der Islam zu Deutschland? Darüber wird derzeit wieder eifrig diskutiert. Auslöser war eine Äußerung des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU). Dieser hatte betont, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Dafür gab es am Wochenende Beifall von den Parteikollegen. Trotz heftiger Kritik nahm Friedrich seine umstrittenen Äußerungen nicht zurück, zeigte sich aber gegenüber Muslimen gesprächsbereit.

Berlin (ND-Lambeck/Agenturen). Die Union fürchtet um ihr christliches Abendland. Nach der teils heftigen Kritik an seiner Islam-Äußerung hat der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich betont, den Dialog mit den Muslimen in Deutschland voranbringen zu wollen. »Die Einladung für die nächste deutsche Islamkonferenz am 29. März steht«, sagte der CSU-Politiker am Wochenende in Berlin. Friedrich hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, die in der Bundesrepublik lebenden Menschen islamischen Glaubens gehörten zu Deutschland. »Aber dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.« Für diese Äußerungen hatte der Ressortleiter viel Schelte einstecken müssen. Und das nicht nur von Opposition und muslimischen Verbänden, sondern auch vom Koalitionspartner FDP.

Am Wochenende bekam der Minister nun Schützenhilfe aus den eigenen Reihen. »Der Islam hat unsere Gesellschaft nicht geprägt und prägt sie auch heute nicht. Der Islam gehört damit nicht zu Deutschland«, behauptete etwa Unionsfraktionschef Volker Kauder in der »Passauer Neuen Presse«. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) begrüßte die von Friedrich angestoßene Debatte. Zwar sei die Religionsfreiheit für ihn »natürlich« selbstverständlich, »prägend für uns in Deutschland soll aber nach meiner Überzeugung stets das christliche Menschenbild sein, das auch Grundlage unserer Verfassung ist«, sagte Mappus der »Leipziger Volkszeitung«.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ging noch weiter: Es müsse klar sein, »dass sich in Deutschland lebende Muslime unserer freiheitlichen Rechtsordnung anpassen müssen, nicht aber Deutschland dem Islam«, sagte Herrmann der Onlineausgabe der »Mitteldeutschen Zeitung«. Allerdings wollten sich nicht alle Unionskollegen in den Kampf der Kulturen stürzen. So bekräftigte Bundespräsident Christian Wulff (CDU) seine Äußerungen aus dem Vorjahr, wonach der Islam ein Teil von Deutschland sei.

Kritik an Friedrich übten die Vertreter muslimischer Verbände. Friedrich habe die Islamkonferenz, für die er zuständig ist, in Verruf gebracht, sagte der Vorsitzende des deutschen Islamrats, Ali Kizilkaya, der »Bild«-Zeitung. Der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte dem Blatt, man wolle auch mit dem neuen Innenminister Dialog. Aber: »Wenn der Innenminister den Streit sucht, wird er ihn bekommen.« SPD, Grüne und LINKE hatten Friedrichs Äußerung ebenfalls scharf kritisiert. So sagte Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Bundestagsfraktion der LINKEN, am Sonntag: »Wer so wie Friedrich erst vier Millionen Muslimen in Deutschland signalisiert, dass sie für ihn nicht dazugehören, um dann ein Gesprächsangebot nachzuschieben, hat noch nicht begriffen, dass er nicht mehr irgendwelche imaginären bayerischen Interessen vertritt, sondern allen Menschen im Land zu dienen hat.«

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken