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Von Ralf Hutter
10.03.2011

Gedränge im Äther

Freie Radios bewerben sich um Frequenzen

Seit dem Herbst hat Berlin ein Freies Radio – allerdings nur nominell. Pi Radio, ein aktuelles Sammelbecken von nach eigenen Angaben rund 50 Redaktionen, wurde Mitglied im bundesweiten Bund Freier Radios. In der Hauptstadt ist Pi Radio allerdings weiterhin Bittsteller: »Wir bitten den Medienrat, auf ›88vier‹ einen Community-Radio-Bereich einzurichten von täglich 17 Uhr bis 24 Uhr, den die dort senden wollenden Gruppen eigenständig verwalten können. Auf längere Sicht bitten wir Sie, dafür eine eigene Frequenz zur Verfügung zu stellen«, ist in einem aktuellen Offenen Brief zu lesen, der auf www.piradio.de eingesehen werden kann.

Zur Zeit sendet Pi Radio auf 88,4 Mhz (in Potsdam auf 90,7 Mhz), doch um Sendezeit auf dem von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) letztes Jahr eingerichteten Mischkanal 88vier muss sich jährlich neu beworben werden. Am 2. März endete die aktuelle Ausschreibung, Ende April wird der Medienrat die Lizenzen vergeben. Dem Antrag von Pi Radio ist der Offene Brief beigefügt, der gleich mehrere Umstrukturierungsvorschläge macht.

Das Grundproblem: Pi Radio trat letztes Jahr als Sammelbecken möglichst vieler Freier Gruppen an, bekam beim von verschiedenen Fraktionen mit eigenen Sendelizenzen bespielten 88vier aber nicht mehr Sendezeit als kleinere Projekte und sieht den Mischkanal eher als Verlängerung des von der mabb selbst unterhaltenen und ganztägig per Kabel empfangbaren Offenen Kanals Alex an, der als einziger jedes Jahr gesetzt ist.

Pi Radio beantragt nun, wie alle anderen bisherigen Lizenzinhaber auch, mehr Sendezeit. In dem ND vorliegenden Antrag wird der mabb vorgerechnet, dass bei Pi Radio der Großteil der Gruppen bestenfalls eine Stunde im Monat senden könne, einige überhaupt nie. Problematisch sei vor allem, dass der Großteil der aktuellen Sendezeit nach Mitternacht ist – und das unter der Woche.

Darüber beklagt sich gegenüber ND auch Guido Plonski von Reboot.Fm. Reboot.Fm hat, wie Pi Radio, zwei Mal pro Woche die Abend- und Nachtschiene von 20 bis 6 Uhr. Nachts höre kaum jemand zu, kämen kaum Studiogäste – und die S-Bahn für den Nachhauseweg falle ebenfalls aus.

Ohnehin ist 88vier wegen seines teils schlechten Empfangs unattraktiv: Der schwache Hauptsender steht in Kreuzberg und kommt schon jenseits des Alexanderplatzes kaum noch durch, nicht zuletzt wegen der auf dem Fernsehturm postierten Vielzahl an ungleich stärkeren Antennen. Das Publikum der Freien befinde sich aber vor allem in Pankow und Friedrichshain, wo es eine entsprechende »Kulturszene« gebe, bedauert Plonski. Darüber wird auch bei Pi Radio schon immer geklagt.

Die Zahl der Bewerbungen ist laut Steffen Meyer, bei der mabb für 88vier zuständig, dennoch auf zwölf gestiegen. Neben den Gruppen, die bereits vor einem Jahr – ob mit oder ohne Erfolg – eine Sendelizenz beantragt hatten, seien auch einige Erstanträge im Rennen. Die kämen zum Einen von »alten Bekannten« – nämlich Gruppen, die vorher unter dem Dach von Pi Radio gesendet hatten und zur Sicherheit nun selbst einen Antrag stellen. Zum Anderen nennt Meyer die Gruppe »Freies Radio Potsdam« – und die »Plattform für regionale Musikwirtschaft GmbH«. Letztere ist der Träger eines in mehreren Städten aktiven kommerziellen Senders.

Seit den 1990er Jahren kämpft die Szene der Freien um Sendezeit und Frequenzen – warum kommt nun ein kommerzieller Sender für einen nicht-kommerziellen Kanal in Frage? Meyer erklärt, 88vier sei auch für die »Erprobung neuer Formate« geschaffen worden. Er sähe es als »perfektes Modell« an, wenn kommerzielle Sender neue Sendungen bei 88vier erfolgreich testeten und danach übernähmen. Der betreffende Sender will konkret vier Stunden werktags für eine auf die Modewelt ausgerichtete Sendung namens »Catwalk Radio« gestalten.

Anfreunden kann sich Meyer immerhin auch mit einigen Aspekten der von Pi Radio vorgeschlagenen neuen Formate für 88vier. Da dort »eher ein Nebeneinander, als ein Miteinander« herrsche, würde ihm das eingangs erwähnte, von Pi Radio vorgeschlagene Modell eines gemeinschaftlich gestalteten Programmes gefallen: »Eine zusammenhängende Gruppe wäre mir lieb.«

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