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Tage, Nächte, Balkanabende

Buchmesse Leipzig: Direktor Oliver Zille über ein Lesefest

ND: 20 Jahre »Leipzig liest«. Ihr persönliches Resümee?
Zille: Das Lesefest, einst vom Bertelsmann Buchclub als Solidaritätsaktion für Leipzig und seine Buchmesse erdacht, ist bis heute eine einzige Erfolgsgeschichte. »Leipzig liest« ist mittlerweile – auch organisatorisch – ein fester Bestandteil der Buchmesse und prägt sie wesentlich.

Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem stetigen Wachstum der Leipziger Buchmesse und »Leipzig liest«?
Unbedingt. Das ergibt sich aus unserem besonderen Geschäftsmodell. Einerseits darf grundsätzlich jeder Aussteller der Buchmesse auch am Lesefest teilnehmen. Andererseits muss er auch Messeaussteller sein, um unsere für die Veranstaltungsorganisation gebotenen Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Für viele Verlage ist das Lesefest wichtiger Bestandteil ihres Buchmarketings. So fördern Messe und Lesefest sich gegenseitig.

Als Buchmessedirektor müssen Sie Fläche verkaufen und Aussteller akquirieren. Rechnet sich »Leipzig liest« überhaupt für Sie?
Sogar ganz wunderbar. Wesentliche wirtschaftliche Träger des Festes sind die teilnehmenden Verlage. Der Finanzbedarf für das Fest verteilt sich auf eine sehr breite und damit auch stabile Basis. Damit sind wir unabhängig von Kulturetats oder Großsponsoren.

Ihre Agenda für die Messetage ist minutiös geplant. Welche Veranstaltung werden Sie aber auf keinen Fall versäumen wollen?
Neben protokollarischen Verpflichtungen versuche ich, so viele Veranstaltungen wie möglich wahrzunehmen. Man möchte ja ein guter Gastgeber sein und dabei auch ein wenig teilhaben am großen Fest. Stellvertretend für vier lange Tage und Nächte seien hier die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse am heutigen Donnerstag in der Glashalle, am gleichen Tage die Lange Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei und am Freitag, Samstag die großen Balkanabende im Kino UT Connewitz genannt.

Ein Ausblick. Wie werden sich die Leipziger Buchmesse und »Leipzig liest«, sagen wir mal, in den kommenden zehn Jahren entwickelt?
Wenn wir es auch in der Zukunft schaffen, am Puls unserer Aussteller und Besucher zu bleiben, einen Beitrag zur Leseförderung und Medienbildung vor allem junger Menschen zu leisten und für das Lesefest auch weiter die interessantesten Autoren und Themen nach Leipzig zu holen, dann wäre das schon sehr viel. Die Stadt Leipzig jedenfalls weiß, was sie an ihrem Lesefest und der Buchmesse hat und wird uns auch in der Zukunft nach Kräften unterstützen.

Fragen: Eberhard Reimann

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