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Von Reiner Oschmann
19.03.2011
Personalie

Bedient

Hillary Clinton / Die Außenministerin der USA will im nächsten Jahr aufhören

US-Außenministerin Hillary Clinton, im Oktober 64, ist bedient. Sie will 2012, im Jahr der nächsten Präsidentschaftswahl, ihre Karriere beenden. Das hat sie jetzt auf einer ihrer diplomatischen Missionen in Kairo erklärt.

Clinton, die 1993 bis 2001 mit Präsidentengatten Bill im Weißen Haus residierte, danach als Senatorin der Demokraten für New York arbeitete und nach Barack Obamas Amtsantritt im Januar 2009 dessen Außenministerin wurde, ist auch erschöpft. Die Erkenntnis, als Chefdiplomatin zwar allgegenwärtig, an der Gestaltung von Obamas Außenpolitik aber nicht so einflussreich beteiligt zu sein, wie sie das gehofft haben muss, hat die Enttäuschung genährt.

Das jetzige Amt, sagte sie in Kairo, werde ihr letztes sein. Eine neue Präsidentschaftskandidatur – Frau Clinton hatte die Vorwahlen der Demokraten 2008 gegen Obama verloren – reize sie ebenso wenig wie der Posten der Vizepräsidentin oder der Verteidigungsministerin. Diplomatisch sagte sie: »Ich habe das beste Amt, das ich mir vorstellen kann.«

Ihr Ehrgeiz ist legendär, ebenso ihr Durchsetzungsvermögen und inzwischen auch ihr Erfahrungsschatz (der hatte sie freilich nicht daran gehindert, für Bushs Krieg gegen Irak zu stimmen). Doch abgesehen davon, dass sie mehrfach betonte, nur eine Amtszeit als Außenministerin zu arbeiten, wirkt Clinton seit längerem müde. Die aufmunternde Wirkung beispiellos hoher persönlicher Popularitätswerte daheim hält nicht vor.

Nach Beendigung ihrer Karriere, über der seit dem Scheitern der Präsidentschaftskandidatur ein Schatten der Enttäuschung liegt, will die Mutter einer 30-jährigen Tochter »die Zeit mit Lesen und Schreiben, vielleicht mit Unterrichten verbringen«. Auch eine Rolle als Aktivistin für Bürgerrechte, vor allem für Frauen und Kinder, besonders in der Dritten Welt, ist denkbar. Die Politikerin, die als Teenagerin für ultra-reaktionäre Republikaner Wahlkampf machte, durch den Mord an Martin Luther King und den Vietnam-Krieg jedoch zu den Demokraten kam, versteht sich von jeher als Feministin. Neulich gefragt, welche Designer-Marken sie trage, parierte sie: »Würden Sie jemals so eine Frage einem Mann stellen?« Auch solche Erfahrung vergrößert ihren Überdruss.

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