Charlotte Noblet
24.03.2011

Stärkung der deutsch-französischen Beziehungen wünschenswert und notwendig

MOBILISIERUNG - Châlons-en-Champagne, Marne

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Am 19. März fand vor der Präfektur in Châlons-en-Champagne eine kleine Versammlung statt, die bei einem Nuklearunfall die Einsätze in der Region koordinieren soll. „Wir waren 40 Personen, meistens aus der Antiatom-Bewegung. Wir kennen uns aus den 70er Jahren, damals sollte ein Atomkraftwerk nur 15 Kilometer entfernt unserer Stadt gebaut werden, das durfte nicht sein. Jetzt steht es in Nogent-sur-Seine, etwa 90 Kilometer von hier...
Doch dieses Mal waren auch andere da, z.B. Anhänger der Bio-Landwirtschaft."

Für den aus der Champagne stammenden Philippe Porté wäre hinsichtlich der Atompolitik eine Stärkung der deutsch-französischen Beziehungen sehr wünschenswert und notwendig: „Wir haben kaum Kontakt mit Deutschland, eigentlich nur mit den Grünen in Bure. Dort auf dem Endlagerstandort hat ein Deutscher den Verein Bure Zone Libre (BZL) ins Leben gerufen. Eine gute Sache!" Philippe Porté verzweifelt an der französischen Regierung: „Sarkozy möchte den EPR-Reaktor an alle verkaufen. Generell sinken die finanziellen Unterstützungen für erneuerbare Energien in Frankreich drastisch!"

Seit den Ereignissen in Fukushima mobilisieren sich in Frankreich Umweltorganisationen, Volksvertreter/innen und Bürger/innen. Sie bekunden öffentlich Solidarität mit dem japanischen Volk und fordern den Atomausstieg. Vor allem besteht das dringende Bedürfnis, eine Debatte über Energieerzeugung in „Nuklear-Frankreich" offiziell zu starten. Die Franzosen wollen ihre Energiepolitik wählen und bestimmen können. Die Reaktionen der französischen Regierung sind unbefriedigend, ihre Antworten auf die Forderungen sind ausweichend. Ich habe Aussagen von Anti-AKW-Kundgebungen-Veranstalter/innen aus vier Regionen Frankreichs gesammelt. An einem Tag habe ich mehr als 20 Antworten erhalten: Der Frust sitzt tief, es wird neidisch nach Deutschland geschaut. Die Hoffnung ist groß, dass sowohl die Anti-AKW-Bewegungen in Deutschland als auch die Energiepolitik Merkels die der französischen Regierung beeinflussen können.

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