Charlotte Noblet
25.03.2011

„Hier sind die wirtschaftlichen Interessen viel zu stark"

MOBILISIERUNG - Clermont Ferrand, Puy-de-Dôme

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„Ähnliche Atomunfälle sind auch in Frankreich möglich. Deswegen haben am 20. März in Clermont Ferrand (Puy-de-Dôme) circa 200 Personen demonstriert. Die meisten von ihnen sind bereit wieder auf die Straße zu gehen.", sagt Roger Anglaret. Sein Verein hatte zur Kundgebung aufgerufen.
„Die Mobilisierung in Deutschland schafft sich bei uns Neider. Doch hier sind die wirtschaftlichen Interessen viel zu stark, als dass ein solcher Umfang möglich wäre. Hinzu kommt, dass die französische Regierung versucht, die Atomindustrie zu schützen…"

Seit den Ereignissen in Fukushima mobilisieren sich in Frankreich Umweltorganisationen, Volksvertreter/innen und Bürger/innen. Sie bekunden öffentlich Solidarität mit dem japanischen Volk und fordern den Atomausstieg. Vor allem besteht das dringende Bedürfnis, eine Debatte über Energieerzeugung in „Nuklear-Frankreich" offiziell zu starten. Die Franzosen wollen ihre Energiepolitik wählen und bestimmen können. Die Reaktionen der französischen Regierung sind unbefriedigend, ihre Antworten auf die Forderungen sind ausweichend. Ich habe Aussagen von Anti-AKW-Kundgebungen-Veranstalter/innen aus vier Regionen Frankreichs gesammelt. An einem Tag habe ich mehr als 20 Antworten erhalten: Der Frust sitzt tief, es wird neidisch nach Deutschland geschaut. Die Hoffnung ist groß, dass sowohl die Anti-AKW-Bewegungen in Deutschland als auch die Energiepolitik Merkels die der französischen Regierung beeinflussen können.

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