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01.04.2011

Chemietarif: 4,1 Prozent mehr Geld

»Aufschwungtarifvertrag« unter Dach und Fach

Bad Honnef (ND-Meyer). Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und die Arbeitgeberverbände der Chemieindustrie haben sich auf einen Tarifabschluss verständigt. Im nordrhein-westfälischen Bad Honnef einigten sich die Tarifparteien Donnerstagmittag nach einem »zweitägigen Verhandlungsmarathon«, teilte die IG BCE mit.

Nach dem Abschluss sollen die bundesweit rund 550 000 Beschäftigten in 1900 Betrieben der Chemieindustrie 4,1 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von 14 Monaten erhalten. Die Ausbildungsvergütungen werden einheitlich um 35 Euro angehoben. Zudem wurde die Fortsetzung der Initiative »Start in den Beruf« vereinbart, die Jugendliche ohne Lehrstelle und ohne die dafür nötigen Qualifikationen unterstützt.

IG-BCE-Bundesvorsitzender Michael Vassiliadis sprach von einem »guten, tragfähigen Kompromiss nach einer harten Auseinandersetzung«. Im vergangenen Jahr sei ein »Brückentarifvertrag in den Aufschwung« abgeschlossen worden, 2011 ein »Aufschwungtarifvertrag« so Vassiliadis. Der Abschluss zeige überdies, dass die Chemie-Sozialpartnerschaft eine »stabile Basis« sei.

»Wir wollten eine Marke setzen, die es in diesem Jahr in der Tariflandschaft noch nicht gegeben hat. Dieses Ziel haben wir erreicht«, sagte der für die Tarifpolitik zuständige IG-BCE-Vorstand Peter Hausmann. Ohne die Unterstützung der Beschäftigten in den Betrieben wäre das nicht gelungen.

Der bundesweiten Chemie-Tarifrunde gehen traditionell Tarifverhandlungen in den einzelnen Tarifbezirken voraus. Diese gelten jeweils als Stimmungsbarometer für die bundesweiten Tarifverhandlungen. Im letzten Jahr hatte die IG BCE sich mit den Arbeitgebern auf eine Einmalzahlung statt einer Entgelterhöhung geeinigt. Die Chemietarifrunde gilt als vergleichsweise harmonisch. Warnstreiks kommen nicht vor.

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