Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Von Martin Kröger 14.04.2011 / Berlin / Brandenburg

Körting allein in Kreuzberg

Podiumsdiskussion zum 1. Mai in Emmaus-Kirche

Die aufgebaute große Stuhlrunde im Hauptschiff der Emmaus-Kirche in Kreuzberg wird nicht benötigt. Gerade einmal drei Dutzend Zuhörer wollten am Dienstagabend an einer Podiumsdiskussion der SPD zum 1. Mai teilnehmen, unter ihnen Pressevertreter und Polizisten in Zivil. Und dies, obwohl das Podium mit Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hochkarätig besetzt war. Offenbar hatten die gastgebenden Sozialdemokraten um den Abgeordneten Stefan Zackenfels, den Kreuzberger Wirtschaftsstadtrat Peter Beckers und den lokalen Kandidaten Muharrem Aras die Diskussionsrunde kaum beworben.

Bei einer ähnlichen Veranstaltung in derselben Kirche im Jahr 2002 sah dies noch gänzlich anders aus: Damals kochten die Emotionen in der voll besetzten Runde hoch, Kreuzberger Linksradikale zerstochen im Laufe der Diskussionsrunde zum 1. Mai sogar die Reifen von Polizeifahrzeugen vor dem Gebäude. Diesmal blieb es dagegen am Lausitzer Platz, auf dem 1987 der Mythos vom revolutionären 1. Mai geboren wurde, ruhig. »So wie früher ist es nicht mehr«, meint der Pfarrer der Emmaus-Ölberg-Gemeinde, Jörg Machel.

Auch Innensenator Körting kann sich noch gut an die »sehr temperamentvolle Veranstaltung« entsinnen. Dennoch sei er gerne wiedergekommen. Der kommende 1. Mai spielt in der folgenden knapp zweistündigen Diskussion jedoch nur eine Nebenrolle. Vielmehr geht es um sozialdemokratische Innenpolitik allgemein: Kriminalitätsbekämpfung (Tendenz völlig anders als subjektives Empfinden), Integration (Für ein kommunales Wahlrecht für Ausländer und ein Doppelpass wäre besser), aber auch lokale Probleme wie Lärmbelästigungen durch Kneipenlärm und Touristen sowie Vorbehalte der Anwohner gegen einen neuen Drogenkonsumraum.

Körting beantwortet jede Frage, es bleibt sogar die Zeit, ein Bier zu genießen. Stress kommt erst auf, als das Fernsehen ein Interview für die Abendnachrichten benötigt. In diesem geht es dann wieder um den kommenden 1. Mai. »Terror-Wochen«, wie es nach dem Angriff von Autonomen auf eine Polizeiwache geschrieben wurde, erwartet Berlins Innensenator jedoch nicht. »Wir haben keine zunehmende linksextremistische Bedrohung in der Stadt.« Dennoch muss damit gerechnet werden, dass wie in jedem Jahr 100 bis 400 Leute »ihr Mütchen kühlen wollen«. Um dem entgegenzuwirken sollen laut Körting über 5000 Polizisten eingesetzt werden. Nach den Erfahrungen mit der Räumung der Liebigstraße 14 im Februar werden so viele Beamte benötigt, damit auch entferntere Geschäftsstraßen vor Attacken geschützt werden können.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
26.05.2012 | Marcus Meier

Sind Frauen die besseren Politiker?

24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

Änderungen in der nd-Community

Alle Blogs

Facebook
Twitter

Zum Shop

Sie sind gefragt

Velothon 2012

nd stellt eine Mannschaft zusammen
nd-Sonderbeilagen

Beilagenplan 2012

Die Sonder- veröffentlichungen in der Übersicht
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.