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Von Martin Ling
18.04.2011
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Freie Fahrt zur Krise

Auf dem Tisch von Internationalem Währungsfonds und den G20-Staaten liegt das Problem seit langem: Massive Handelsungleichgewichte, die die gesamte Weltwirtschaft ins Trudeln bringen könnten. Auf der Seite der Exportweltmeister wie China, Deutschland und Japan wachsen die Devisenreserven, bei den Defizitländern eskaliert die Verschuldung. Halbwegs stabil ist das nur so lange, wie die Schuldnerländer auf dem Kapitalmarkt kreditwürdig bleiben. Sonst bleibt nur noch eine Umschuldung mit Vermögensvernichtung, wie sie Griechenland bei der Frühjahrstagung erneut dementieren musste.

Griechenland ist ob seines geringen ökonomischen Gewichts global gesehen ein kleines Problem. Weit gefährlicher ist der Fall der USA, die die Leitwährung US-Dollar seit Jahren mit einem Wachstum auf Pump schwächen. Ein unkontrollierter Absturz des Dollar würde mit Sicherheit den ganzen Welthandel aus den Fugen gerate lassen.

Wenigstens auf Referenzwerte, die bestimmen, wann ein Land eine mögliche Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt, konnten sich die G20-Finanzminister in New York einigen. Das ist mehr als nichts, aber nicht viel. Denn wie in einem Krisenfall vorgegangen wird, wer welche Verantwortung zu übernehmen hat, bleibt ungeklärt. So bleibt sich jeder selbst der Nächste. Der Regulationsrahmen, der die daraus erwachsenden Konflikte eingrenzt, steht weiter aus. Freie Fahrt zur nächsten Krise.

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